Um der Bevölkerung zu signalisieren, dass es Griechenland mit den Sparübungen ernst meint, wurden auch etliche «Sünden der Vergangenheit» angefasst. So wurde im April 2012 auch der ehemalige Verteidiungsminister Apostolos-Athanasios (Akis) Tsochatzopoulos festgenommen. Vorwurf: Geldwäsche, Bestechung und Steuerhinterziehung.

Tsochatzopoulos soll unter anderem über eine Offshore-Firma seine Villa in Athen gekauft haben - und beim Kauf deutscher U-Boote über die damalige MAN-Tochter Ferrostaal im Jahr 2009 Bestechungsgelder angenommen zu haben.

Die Spur führt auch in die Schweiz: Es wird geschätzt, dass im Zuge der U-Boot-Transaktion acht Millionen Euro auf ein Schweizer Bankkonto geflossen sind.

Jetzt wollen die griechischen Staatsanwälte Licht ins Dunkel bringen und fordern gemäss Online-Ausgabe der Athener Zeitung «Kathimerini» die Schweiz auf, Konto-Informationen zu liefern - eine entsprechende Anfrage soll in den kommenden Tagen formuliert werden.

Konkret gehe es um Bewegungen in den Zeiträumen zwischen 2000 und 2003 sowie ab 2007, heisst es in der Meldung. Griechenland hofft gemäss «Kathimerini», dass die Informationen aus der Schweiz in den kommenden zwei Monaten vorliegen.

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Auch der Nachfolger von Tsochatzopoulos, Giorgos Papakonstantinou, ist in einen Steuerskandal verwickelt.

(vst/rcv)