Der Kanton Wallis gibt grünes Licht für die Wiederaufnahme des Betriebs der Tamoil-Raffinerie in Collombey VS. Die vom Kanton gesetzten Ziele beim Umweltschutz wurden erfüllt. Allerdings werden nach der Wiederaufnahme des Betriebs weitere Kontrollen vorgenommen.

Die Raffinerie habe die Forderungen insgesamt erfüllt, sagte der Walliser Staatsrat Jacques Melly (CVP) vor den Medien in St-Maurice VS. Der Kanton Wallis forderte seit April 2012 weitere Massnahmen für den Umweltschutz, weil die Raffinerie noch Nachholbedarf aufwies.

Kontrollen ergaben, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden. Bei der Luftreinhaltung wurden die Grenzwerte für Schwefeldioxid und Stickoxide eingehalten. Zudem wurde das Abwassersystem, die Hauptkanalisation sowie die ältesten Nebenkanäle saniert.

Weiter wurde etwa die Hälfte der Tanks mit dichten Rückhaltebecken ausgestattet. Der Kanton Wallis hat zwar die Wiederaufnahme des Betriebs genehmigt, stellt jedoch Bedingungen. Die Wirkung der Anlagen werde noch einmal kontrolliert, wenn die Raffinerie wieder in Betrieb sei.

Wie gut die Ziele erfüllt werden, zeige sich erst, wenn die Anlagen wieder laufen würden. Dabei soll auch kontrolliert werden, ob das in die Rhone abgeleitete Wasser die neuen Grenzwerte einhält.

Kanton behält sich weitere Massnahmen vor

Nach drei Monaten Betrieb muss der Dienststelle Umwelt des Kantons Wallis eine Umweltbilanz vorgelegt werden. Falls die Nachkontrollen nicht zufriedenstellend ausfallen, würden weitere Massnahmen gefordert.

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Nicht nur auf dem Gelände der Raffinerie in Collombey VS, sondern auch beim Verladebahnhof Aigle auf Waadtländer Boden wurde der Betriebsstopp für Sanierungen genutzt. Der Kanton Waadt zeigte sich mit diesen Arbeiten zufrieden.

Das Klima der Zusammenarbeit mit Tamoil habe sich verbessert, sagte die Waadtländer Regierungsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) vor den Medien.

Das Unternehmen Tamoil kündigte bereits vor der Medienkonferenz der Walliser Regierung und der offiziellen Bewilligung an, dass die Raffinerie bereit zur Wiederaufnahme des Betriebs sei. Man werde noch diese Woche damit beginnen.

Bis zum Vollbetrieb werde man einige Wochen brauchen. Während der Unterhaltsarbeiten standen die 225 Angestellten der Raffinerie sowie 1200 externe Arbeitskräfte im Einsatz.

Seit dem Kauf der Raffinerie 1991 investierte Tamoil über eine Milliarde Franken in den Unterhalt und die Entwicklung. Das Unternehmen bezifferte die Ausgaben für den Umweltschutz für die Jahre 2012 und 2013 auf 38 Millionen Franken.

Kanton stellte Ultimatum

Die Walliser Kantonsregierung hatte bereits vor Beginn der Unterhaltsarbeiten Anfang September angekündigt, die Wiederaufnahme des Betriebs nur zu bewilligen, wenn die neuen Grenzwerte für das in die Rhone abgeleitete Wasser und die Luftreinhaltung erfüllt seien.

Die Raffinerie hatte bereits im September 2012 den Betrieb auf Geheiss des Kantons vorübergehend einstellen müssen, um Sanierungsmassnahmen durchzuführen. Der Kanton machte damals deutlich, den Druck auf das Unternehmen aufrechtzuerhalten.

(sda/tke)