Die deutschen Sicherheitsbehörden und Internet-Anbieter informieren seit Montag die Betroffenen des jüngsten Diebstahls von 18 Millionen E-Mail-Adressen. Anders als beim Datenklau im Januar wird diesmal der Grossteil der Betroffenen von ihren Online-Anbietern direkt unterrichtet.

Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Hange, rief die Internet-Nutzer am Montag in Bonn zu erhöhter Vorsicht auf. «Die gestohlenen Identitäten werden aktiv genutzt», warnte er. Um Schlimmeres zu verhindern, könnten Internet-Nutzer vor allem eines tun: ihre Passwörter ändern.

Nutzer können Sicherheitstest vornehmen

Die grossen Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Freenet, gmx.de und web.de sowie Kabel Deutschland wurden über die betroffene E-Mail-Konten informiert. Sie schrieben nun ihre betroffenen Kunden an, erklärte das BSI.

Damit seien 70 Prozent der 18 Millionen abgedeckt. Bei anderen Anbietern sei die Zahl der Betroffenen zu klein oder Datenschutzgründe stünden der direkten Information entgegen, erklärte das BSI.

Um Gewissheit zu erhalten, ob die eigene Internet-Identität ins Visier der Hacker geraten ist, können Nutzer durch das BSI einen Sicherheitstest vornehmen lassen (www.sicherheitstest.bsi.de). Ist die angegebene Adresse betroffen, erhält der Nutzer eine Informationsmail von der Behörde.

(sda/me)