Die französische Bankengruppe BPCE hat eine neuartige Bezahl-Methode über den Kurzbotschaftendienst Twitter gestartet. Dies sei weltweit eine Neuheit, teilte der Chef des BPCE-Banking-Systems S-money, Nicolas Chatillon, am Dienstag in Paris mit.

Bisher gibt es Bezahl-Systeme über soziale Netzwerke bereits in den USA und bei einer japanischen Bankengruppe; sie laufen aber über Facebook.

Zweistufiges Vorgehen

Die nun gestartete Geldüberweisung via Twitter und das Smartphone-Banking-System S-money soll in zwei Schritten laufen: Zunächst muss der Nutzer eine Twitter-Botschaft schicken etwa mit dem Inhalt: "@SMoneyfr 100 Euro #schicken @Empfänger".

Der Nutzer wird dann auf eine App von S-money geleitet, die bei iOS von Apple und Android von Google verfügbar ist, wo er dann seine Zahlung ausführt. Die Accounts von Twitter und S-money werden dazu verbunden.

Nur in Frankreich

«Der Nutzer wechselt einfach und ohne Unterbrechung von einem Raum in den nächsten», erläuterte Chatillon. Der Dienst ist nur in Frankreich verfügbar, zudem sind eine Kreditkarte und eine französische Handy-Nummer nötig.

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Der Nutzer muss aber nicht unbedingt ein Konto bei der BPCE haben, zu der die Banque Populaire und die Caisse d'Epargne in Frankreich zählen. Eine Überweisung zwischen Privatpersonen darf 250 Euro nicht übersteigen, 500 Euro bei Verbänden oder Firmen.

Grosser Erfolg in den USA

Ein solcher Tweet kann derzeit noch von jedem anderen Twitter-Nutzer gelesen werden. Die BPCE schloss nicht aus, Überweisungen künftig über private Botschaften möglich zu machen, falls die Nutzer dies wünschen sollten.

In den USA ist die App für den Bezahldienst Venmo zum Versenden von Geld ein grosser Erfolg bei jungen Leuten. In Japan hat die Bankengruppe Rakuten Bank einen solchen Dienst via Facebook gestartet.

(sda/dbe)