Benoît Revaz, neuer Direktor des Bundesamts für Energie, spricht sich klar gegen einen Grenzschutz für die Schweizer Energiewirtschaft aus. «Zu denken, die Schweiz wäre eine Insel und man könnte einen neuen Grenzschutz einführen, wäre etwas kurzfristig», sagte er am Schweizerischen Stromkongress in Bern. Dies mit Blick auf günstigen Strom, der aus Deutschland ins Schweizer Netz drückt.

Ziel sei es, marktbasierte Modelle zu entwickeln, die es vermeiden, einzelne Akteure oder Teile der Wertschöpfungskette zu bestrafen oder zu belohnen. Benoit warnt davor, eine autarke Stromversorgung anstreben zu wollen. «Die Schweiz bleibt – mit oder ohne Stromabkommen mit der EU – mit ihren Nachbarn eng verknüpft. Die Austausche sind tagtäglich.»

Tiefe Strompreise

Revaz ruft zudem in Erinnerung, dass der Grund für die tiefen Strompreise «nicht wie immer behauptet» im Ausbau der erneuerbaren Energien zu finden sei, sondern in den tiefen Preisen für fossile Energie und insbesondere CO2. Diese machten, so Revaz, rund zwei Drittel des Preiseinbruchs aus.

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