Die US-Behörden haben nach Informationen des Senders CNN bisher keine Hinweise darauf, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida oder eine andere ausländische Gruppe hinter dem Anschlag von Boston steckt.

Wie CNN unter Berufung auf Ermittlerkreise weiter berichtete, stufen die Behörden einen am Montag vernommenen jungen Mann aus Saudi-Arabien nicht als tatverdächtig ein. Der Student war bei der Explosion verletzt worden und aufgefallen, weil er wegzurennen versuchte. CNN zufolge gab er bei der Vernehmung in einem Spital an, dass er einfach Angst gehabt habe. Die Behörden glaubten ihm.

Die Ermittler gehen nach eigenen Worten «einem Berg von Hinweisen» nach. Nach unbestätigten Berichten wurde unter anderem nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht, der mit zwei Rucksäcken am Tatort gesehen worden sein soll.

CNN zufolge steckten die Bomben in Dampfkochtöpfen, die wiederum in Rucksäcken verstaut gewesen seien. Der Sender bezog sich dabei auf Ermittlerkreise. Demnach wurden die Explosionen wahrscheinlich durch Zeitzünder ausgelöst. Dass Handys verwendet wurden, sei eher unwahrscheinlich.

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Belohnung ausgesetzt

Es ist der erste tödliche Bombenanschlag in den USA seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001. Drei Menschen kamen ums Leben, über 170 wurden verletzt. Manchen Patienten mussten die Beine amputiert werden. Insgesamt 17 Verletzte waren auch am Dienstag noch in kritischem Zustand.

Unter den Todesopfern ist ein achtjähriger Junge. «Mein geliebter Martin starb an seinen schweren Verletzungen infolge der Anschläge von Boston», sagte der Vater des Jungen. Er bestätigte, dass auch seine Frau bei den Explosionen schwer verletzt worden sei und seiner Tochter ein Bein amputiert werden musste.

Für Hinweise, die helfen, den oder die Attentäter von Boston zu finden, setzte die Feuerwehr unterdessen 50'000 Dollar Belohnung aus. Sie richtete ausserdem einen Fonds für die Opfer der Bombenexplosionen ein, wie auf einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde.

(chb/sda)