Bei einem Anschlag auf einen Bahnhof in der südchinesischen Stadt Kunming sind einem Medienbericht zufolge mindestens 29 Menschen getötet worden. Mehr als 160 weitere seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua in der Nacht auf Sonntag.

Die Angreifer seien mit Messern auf Reisende und Passanten im Bahnhof losgegangen. Der «gewaltsame Angriff» habe sich am Samstagabend ereignet. Mehr als 60 Opfer wurden im Laufe des Abends auf die Spitäler der Umgebung verteilt.

Es handele sich um einen «organisierten, vorsätzlich geplanten terroristischen Angriff», zitierte Xinhua die Behörden. Nach deren Angaben seien fünf Angreifer erschossen worden. Über ihre Identität gab es aber zunächst keine Informationen, auch ihre Motive blieben unklar.

Überlebende berichteten laut staatlichen Medien, eine Gruppe schwarz gekleideter Männer sei in den Bahnhof gerannt und habe wahllos auf ihre Opfer eingestochen.

Auf dem Kurznachrichtendienst Sina Weibo, einem Äquivalent von Twitter, wurden Fotos veröffentlicht, auf denen Blutspuren am Boden zu sehen waren, Sanitäter beugten sich über Opfer. Andere Fotos zeigten, dass sich vor dem Bahnhof viele Menschen versammelten.

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Präsident spricht Beileid aus

Der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete auf Sina Weibo, der oberste Sicherheitsbeauftragte Pekings, Meng Jianzhu, werde nach Kunming reisen. Präsident Xi Jinping und Regierungschef Li Keqiang sprachen den Verletzten und Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Kunming liegt im Südwesten der Volksrepublik und ist mit etwa drei Millionen Einwohnern die Hauptstadt der Provinz Yunnan. Diese grenzt unter anderem an die autonome Region Tibet.

Separatisten als Verantwortliche?

Die chinesischen Behörden haben Separatisten aus der Region Xinjiang für den blutigen Angriff in einem Bahnhof der südwestlichen Stadt Kunming verantwortlich gemacht. Mehrere Indizien am Tatort sprächen dafür, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Xinhua berief sich für ihre Angaben auf die Stadtverwaltung. Mehrere mit Messern bewaffnete Männer waren laut Xinhua am Samstagabend in den Bahnhof gestürmt und hatten wahllos auf dortige Passanten eingestochen. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Toten stieg auf 29.

Xinjiang im Nordwesten Chinas ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren. Diese sehen sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

In der Region gibt es immer wieder gewaltsame Zwischenfälle. Die Behörden machen regelmässig «Terroristen» für die Vorfälle verantwortlich und sehen sich als Opfer von bewaffneten Separatisten mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida.

(sda/chb)