Bei einer Schiesserei in einer Primarschule in Newton an der US-Ostküste sind laut TV-Berichten 27 Menschen getötet worden. Dies berichtete der US-Sender CBS News.

Der Schütze tötete zuhause zuerst seinen Vater und fuhr dann zur Schule in Newtown nordöstlich von New York, wo er seine dort beschäftigte Mutter tötete. Die Polizei bestätigte zunächst keine Einzelheiten.

«Unsere Herzen sind gebrochen»

Sichtlich erschüttert hat US-Präsident Barack Obama nach der Bluttat von Connecticut die «heimtückische Tat» verurteilt. Wiederholt kämpfte er mit den Tränen und musste innehalten, als er am Freitagnachmittag (Ortszeit) im Weissen Haus ans Mikrofon trat.

Das Land mache derartige Tragödien zu häufig durch, sagte Obama zum Blutbad an Kindern und Lehrern an der Grundschule in Newtown. Er reagiere nicht nur als Präsident, sondern auch als Vater, so der Präsident, der zwei Töchter hat.

Er fühle überwältigende Trauer: «Unsere Herzen sind gebrochen.» Als Konsequenz aus dem Amoklauf, bei dem nach Medienberichten 27 Menschen getötet wurden, forderte Obama «bedeutsame Schritte»: «Wir müssen zusammenkommen..., jenseits von politischen Erwägungen.»

Inzwischen teilte die Polizei an einer Medienkonferenz mit, dass der Schütze 20 Kinder und sechs Erwachsene in der Schule getötet wurden. Die Bluttat ist damit die schwerste an einer Schule in den USA der Nachkriegszeit.

An der «Sandy-Hook»-Grundschule im Bundesstaat Connecticut seien Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf CBS News weiter berichtete. Die Schulverwaltung erklärte, Schulen des Bezirks seien abgeriegelt worden.

Die Zeitung «The Newton Bee» veröffentlichte ein Foto, das Kinder in Begleitung von Erwachsenen auf einem Parkplatz zeigte. Einige der Kinder weinten, andere waren sichtlich verängstigt.

Einer der blutigsten Amokläufe

Mit 27 Toten wäre diese Schiesserei eine der blutigsten in der jüngeren Geschichte der USA. Im April 2007 hatte ein Amokläufer an der technischen Universität in Blacksburg im Bundesstaat Virginia 32 Personen getötet.

Der Amoklauf stellt auch jenen in der Columbine-Highschool im Bundesstaat Colorado in den Schatten: Am 20. April 1999 erschossen dort damals zwei Schüler 12 Kameraden und anschliessend sich selbst.

In den vergangenen Jahren ist es mehrfach zu Bluttaten an amerikanischen Schulen und Universitäten mit vielen Toten gekommen. Ein Überblick:

3. April 2012: Ein Amokläufer erschiesst an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

14. Februar 2008: Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschiesst ein 27 Jahre alter Täter am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschliessend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

10. Oktober 2007: Ein 14-jähriger Schüler schiesst in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) aus zwei Revolvern. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschiesst sich dann selbst. Der jugendliche Täter hatte offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

16. April 2007: In der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia erschiesst ein 23-jähriger Englischstudent aus Südkorea 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt er sich das Leben.

12. Oktober 2006: Der Fahrer eines Milchwagens erschiesst im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, tötet er sich selbst.

21. März 2005: Ein 16-Jähriger erschiesst in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Grossvater und dessen Lebensgefährtin. Anschliessend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

20. April 1999: Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschiessen sich die Täter selbst.

(chb/sda)

Anzeige