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Absturz
Boeing von Malaysia Airlines in Ukraine abgestürzt

Ein Flugzeug der Malaysia Airlines mit 295 Menschen ist in der Ostukraine abgestürzt. Der ukrainische Präsident spricht von einem «Terrorakt». Unter den Toten sind viele Niederländer und Amerikaner.

Veröffentlicht am 17.07.2014

In der umkämpften ostukrainischen Region von Donezk ist am Donnerstagnachmittag ein malaysisches Flugzeug mit 295 Passagieren abgestürzt. Dies meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax, die sich auf einen Berater der ukrainischen Regierung beruft. Demnach wurde das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen, und alle Insassen starben.

An Bord des Fluges sollen nach Berichten niederländischer Medien Dutzende niederländischer Passagiere gewesen sein. Der Reiseveranstalter D-Reizen teilte mit, dass 25 Niederländer über ihn den Flug gebucht hatten. Der Veranstalter WTC schätzte, dass bei ihm etwa 20 bis 30 Niederländer den Flug gebucht hatten. Laut CNN seien möglicherweise auch 23 US- und 4 französische Staatsbürger an Bord gewesen.

In dem abgestürzten Verkehrsflugzeug, das in zehn Kilometern Höhe geflogen sei, waren 295 Menschen an Bord, meldete Interfax. Die Boeing sei auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur gewesen. Laut Interfax sei das Flugzeug von einer Rakete vom Typ Buk getroffen worden.

Malaysia Airlines bestätigt Unfall offenbar

«The Aviation Herald» berichtete von 280 Passagieren und 15 Crewmitgliedern, die sich an Bord befunden haben. Das Signal wurde nahe Donetsk in der Ukraine verloren. Brennende Wrackteile sollen laut Interfax lokalisiert worden sein. Malaysia Airlines habe einen Unfall bestätigt. Via Twitter schrieb die Gesellschaft, dass der Kontakt zu Flug MH17 verloren gegangen sei. Die letzte bekannte Position der Maschine sei über ukrainischem Luftraum gewesen.

Ukraine und Separatisten machen sich gegenseitig verantwortlich

Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten machen sich gegenseitig für den Abschuss der Maschine verantwortlich. Präsident Petro Poroschenko warf den Separatisten vor, die MH17 abgeschossen zu haben – wie zuletzt mehrere ukrainische Militärflugzeuge. Er sprach von einem «Terrorakt».

Die prorussischen Kräfte hingegen warfen den ukrainischen Streitkräften den Abschuss vor. Die Boeing 777 sei nahe der Grossstadt Donezk abgestürzt, sagte der selbst ernannte Premierminister der nicht anerkannten «Volksrepublik Donezk», Alexander Borodaj. Die Aufständischen hätten keine Abwehrwaffen, um Maschinen in einer Höhe von 10'000 Metern abzuschiessen. Es handle sich um eine «Provokation» der ukrainischen Luftwaffe, sagte Borodaj.

Malaysia bestätigt Abschuss nicht

Die malaysische Regierung hingegen wollte Berichte über den möglichen Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ukraine nicht bestätigen, wie Verteidigungsminister Hishamuddin Hussein am Donnerstag auf dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter schrieb.

In der betroffenen ostukrainischen Region gibt es derzeit schwere Gefechte. Die Separatisten hatten zuletzt mehrfach zugegeben, ukrainische Kampfjets, Transportmaschinen und mehrere Helikopter abgeschossen zu haben.

(sda/reuters/moh/vst)

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