Vor der Küste Libyens ist ein kleines Holzboot mit bis zu 200 afrikanischen Flüchtlingen gesunken. Die örtliche Küstenwache habe 16 von ihnen gerettet, sagte ein Sprecher der libyschen Marine am Samstag. Es wird befürchtet, dass die anderen Passagiere tot sind.

Das Boot sei am Freitagabend östlich der Hauptstadt Tripolis und nur einen Kilometer vom Strand entfernt gekentert, teilte die Küstenwache mit. Diese verfügt nicht über eigene Schiffe. Fischer hatten sie am Samstag auf das Unglück aufmerksam gemacht. Die Küstenwache nutzte dann deren Boote für die Suche nach Überlebenden. Über die Nationalität der Opfer gab es zunächst keine gesicherten Erkenntnisse. Es wird vermutet, dass sie unter anderem aus Somalia und Eritrea kamen.

Italien immer wieder Ziel

Die Flüchtlinge wollten den Angaben zufolge nach Europa. Italien ist in der Vergangenheit immer wieder das Ziel gewesen. Der Regierung im Rom zufolge sind 2014 bereits mehr als 100'000 Menschen auf diesem Weg in das EU-Land gekommen. In Libyen nutzen Menschenschmuggler das politische Chaos seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi.

(reuters/dbe)

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