Der SVP-Politiker Toni Bortoluzzi lehnt die geplante Reform des Familienrechts ab. Dafür gebe es keinen Bedarf, sagte er dem Konsumentenmagazin «Beobachter». Mit ihr versuchten «Fehlgeleitete», ihre Neigungen rechtlich mit der Partnerschaft zwischen Mann und Frau gleichzustellen, die der Fortpflan­zung und der Kindererziehung diene. Unter «Fehlgeleiteten» versteht Bortoluzzi «Schwule, Lesben und alle, die allein leben oder ihren Partner nach Lust und Laune wechseln».
 
Toleranz dürfe nicht so weit gehen, dass man «unnatürliches Verhalten» natürlichem Ver­halten gleichstelle. Gleichgeschlechtliche Paare hätten «einen Hirnlappen, der verkehrt läuft», sagte Bortoluzzi weiter. Wenn man «jeden Blödsinn zur Normalität erhebt», werte man die Ehe als ideale Beziehungsform ab und gefährde die Stabilität der Gesellschaft.

«Im Unterricht nicht aufgepasst»

Bastian Baumann, Geschäftsleiter der Schwulenorganisation Pink Cross, zeigte sich entsetzt über Bortoluzzis Aussagen. Der SVP-Politikers setze zehn Prozent der Bevölkerung böswillig herab. «Wer Homosexuelle als unnatürliche Wesen betitelt, hat im Biologieunterricht nicht aufgepasst», so Baumann weiter.