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Vereinigte Staaten
Botschafter: Viele Doppelbürger geben US-Pass zurück

Würde gerne in der Schweiz bleiben: US-Botschafter Donald S. Beyer. (Bild: Keystone)

Nirgendwo sonst geben so viele Doppelbürger ihren US-Pass zurück wie in der Schweiz. Das sagt der amerikanische Botschafter im Interview mit der «Handelszeitung».

Von Jean-François Tanda und Armin Müller
am 24.10.2012

Viele Hunderte Doppelbürger hätten ihren US-Pass aufgegeben, sagt der US-Botschafter Donald S. Beyer im Interview mit der «Handelszeitung»: «Im Moment ist das in der Schweiz ein grösseres Phänomen, als irgendwo sonst auf der Welt», sagt er. Mit der strikteren Durchsetzung der US-Gesetze, sei der US-Pass nicht mehr so attraktiv.

Zur Frage, warum die amerikanischen Beziehungen zu Liechtenstein besser seien als zur Schweiz meint er: «Das Fürstenhaus und die Regierung von Liechtenstein waren entschlossen, weg von schwarzen oder grauen Listen zu kommen. Sie entwickelten früh eine Weissgeld-Strategie. Die Schweiz habe diesen Entscheid nicht gefasst. «Das hat wohl etwas damit zu tun, dass das Bankgeheimnis für einige Privatbanken über Generationen eine wichtige Geschäftsbasis bildete.»

In den Beziehungen zur Schweiz gebe es nur ein Problem: «Unser Justizdepartement will Steuerbetrüger zur Rechenschaft ziehen. Wir versuchen, einen Weg zu finden, diese Amerikaner zu kriegen, ohne Schweizer Recht zu brechen.»

Unabhängig vom Ausgang der US-Präsidentenwahlen nähert sich Beyers Amtszeit in der Schweiz dem Ende. Doch er hofft, in der Schweiz bleiben zu dürfen: «Es wäre wunderbar, eine zweite Amtszeit zu erhalten, aber es wäre sehr ungewöhnlich. Wir haben die Schweiz je länger je lieber gewonnen.»

Lesen Sie das ganze Gespräch in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

 

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