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Angriff
Brandanschlag auf deutsche Redaktion

Feuerwehr vor der Hamburger Redaktion: Brand gelöscht.   Keystone

Auf die Redaktion der Zeitung «Hamburger Morgenpost» ist in der Nacht ein Brandanschlag verübt worden. Das Blatt hatte «Charlie Hebdo»-Karikaturen nachgedruckt. Das Motiv für die Tat wird untersucht.

Veröffentlicht am 11.01.2015

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag einen Brandanschlag auf das Gebäude der «Hamburger Morgenpost» verübt. Einige Akten verbrannten, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Zeitung hatte nach den islamistischen Anschlägen in Paris Mohammed-Karikaturen nachgedruckt.

Gegen 2.22 Uhr seien Steine und ein Brandsatz durch Fensterscheiben des Gebäudes geschleudert worden, sagte ein Mitarbeiter des Lagezentrums der Polizei am Morgen. Im Tatzusammenhang würden bereits zwei Personen überprüft.

Feuer zügig gelöscht

Das Feuer in zwei Räumen habe zügig gelöscht werden können, sagte der Polizeimitarbeiter. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Ob es einen Zusammenhang mit dem Nachdruck der Mohammed-Karikaturen der «Morgenpost gebe, sei «die zentrale Frage«. Es sei aber noch zu früh, dazu Stellung zu nehmen, sagte er. Die Vermutung liege aber nahe. Später sagte eine Polizeisprecherin, es gebe derzeit keine Fakten darüber, dass der Anschlag damit in Verbindung stehe, sagte die Polizeisprecherin. «Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise» Der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen.

Karikaturen nachgedruckt

Zwei Islamisten hatten am Mittwoch in Paris die Redaktion der Satire-Zeitschrift «Charlie Hebd« angegriffen und in dem Gebäude und bei ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Die beiden Männer wurden am Freitag von der Polizei erschossen.

Die « Hamburger Morgenpost» hatte am Donnerstag auf ihrer Titelseite Mohammed-Karikaturen aus «Charlie Hebdo« nachgedruckt. Die Schlagzeile lautete: «So viel Freiheit muss sein.»

(sda/me)

 

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