Wegen mutmasslicher Verbindungen zur Drogenmafia sind im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro 59 Militärpolizisten festgenommen worden. «Es reicht nicht, sie festzunehmen, wir müssen sie entfernen», sagte Sicherheitssekretär José Mariano Beltrame dem Fernsehsender Globo News.

Bei dem Einsatz seien auch elf mutmassliche Drogenhändler gefasst worden. Beltrame gab zudem die Absetzung des Kommandanten des 15. Bataillons der Militärpolizei in Duque de Caxias, Claudio de Lucas Lima, bekannt.

An dem Grosseinsatz hatten sich mehrere Sicherheitsbehörden, unter anderem auch der Geheimdienst, beteiligt. In neun Kasernen der Militärpolizei sowie in 13 Armenvierteln gab es Festnahmen.

Insgesamt 65 Militärpolizisten sowie 18 mutmassliche Drogendealer wurden per Haftbefehl gesucht. Einige Beamte hatten den Ermittlern zufolge Bestechungsgelder eingestrichen, damit sie Drogen- und Waffenhändler entkommen lassen. Auch über die Freilassung inhaftierter Krimineller hätten sie verhandelt.

Im Jahr 2008 hatten die Behörden von Rio eine Offensive gestartet, um die Region vor der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 zu befrieden.

Die Sicherheitsbehörden brachten einige Favelas, die seit Jahrzehnten von Drogenbanden beherrscht worden waren, wieder unter ihre Kontrolle. Die Mordrate im Bundesstaat Rio sank.

(chb/sda)