Rund zwei Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat der Sozialdemokrat Aecio Neves überraschend die linksgerichtete Amtsinhaberin Dilma Rousseff in der Wählergunst überholt. In zwei am Donnerstag veröffentlichten Meinungsumfragen kommt Neves auf 46 Prozent der Stimmen.

Für die seit 2010 amtierende Präsidentin wollen demnach lediglich 44 Prozent der Befragten stimmen. Es sind die ersten zwei Erhebungen seit dem ersten Wahldurchgang in der vergangenen Woche. Die Stichwahl findet am 26. Oktober statt.

Unmut in den vergangenen Monaten gewachsen

Bei der ersten Runde hatte Rousseff 41,6 Prozent der Stimmen erhalten. Vor allem die Wähler aus der Arbeiterschicht unterstützten sie. Doch in den vergangenen Monaten wuchs der Unmut, und Rousseff wurde zur Zielscheibe einer Massenprotestbewegung, die sich unter anderem gegen Korruption, ein schlechtes Gesundheits- und Schulwesen und die hohe Kriminalität in den Elendsviertel richtete.

Hinzu kommt die Wirtschaftsflaute. Brasilien glitt in der ersten Jahreshälfte in die Rezession ab. Neves kam im ersten Wahlgang auf 33,6 Prozent.

(sda/moh/ise)

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