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Breivik-Prozess: Laienrichter stolpert über Facebook

Zweiter Prozesstag in Oslo. (Bild: Keystone)

Im Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hat das Gericht am zweiten Tag einen weiteren Laienrichter ausgeschlossen. Dieser hatte im Internet die Todesstrafe gefordert.

Veröffentlicht am 17.04.2012

Ein Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik ist für befangen erklärt worden. Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne «das Vertrauen in ihn als Richter schwächen», sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen.

Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, einen Artikel der Zeitung «VG» im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: «Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!» Dies war am Dienstag durch einen Bericht der Zeitschrift «Vepsen» bekannt geworden.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. «Das könnte das Vertrauen des Gerichtes schwächen», sagte Breiviks Verteidiger Geir Lippestad. Ein Ersatzrichter rückt nun auf.

Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Prozesses zwei der fünf berufenen Laienrichter ausgeschlossen. Ein Mann wurde für befangen erklärt, weil sein Sohn Mitglied der sozialdemokratischen Jugend AUF ist.

Diese Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei war eines der Hauptziele von Breiviks Attentaten im vergangenen Sommer. Im Ferienlager auf der Insel Utøya tötete der 33-Jährige kaltblütig 69 Menschen.

(vst/laf/sda)

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