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Votum
Brexit-Ticker: Osborne stellt Überschuss in Frage

Grossbritannien verlässt die EU. Die unklare Lage beunruhigt weiterhin die Märkte und Politiker rund um die Welt. Die Ereignisse im Live-Ticker.

Veröffentlicht am 17.06.2016

Das Wichtigste in Kürze:

  • Grossbritanniens Votum für den EU-Austritt sorgt für volatile Märkte und hat das Pfund zum Absturz gebracht.
  • Die EU-Staatschefs fordern bei einem ersten Treffen rasches Handeln von London, um die Zeit der Unsicherheit kurz zu halten.
  • Experten diskutieren diverse Auswirkungen des Brexits auf die Schweiz.

Nachrichten zum Schicksalsvotum:

22:47 Uhr: Damit verabschieden wir uns. Haben Sie es gut.

22:46 Uhr: Die Wall Street schliesst im Plus, kurzzeitig hat der Dow Jones sogar die Marke von 18'000 Punkten überwunden.

20:22 Uhr: Die Ruhe nach dem Sturm folgt an den Märkten. Sowohl SMI und Dax haben einen grossen Teil der Brexit-Verluste diese Woche wieder ausgeglichen.  Auch an der Wall Street ist seit Mitte der Woche Erholung angesagt.

15:13 Uhr: Führende EZB-Notenbanker fordern rasch Klarheit über den Zeitplan zum EU-Austritt Grossbritanniens. «Denn lange Unsicherheit wäre mit wirtschaftlichen Kosten verbunden, vor allem für Grossbritannien, aber auch für die Europäische Union», sagte EZB-Direktor Benoit Coeure in einem am Freitag veröffentlichten Interview der französischen Zeitung «Le Monde». EZB-Chefvolkswirt Peter Praet betonte auf einer Veranstaltung in London: «Es ist sehr wichtig, dass wir sehr rasch einen Brexit-Zeitplan erhalten.»

13:54 Uhr: Der britische Finanzminister George Osborne stellt eines seiner wichtigsten Ziele infrage: Überschüsse im Staatshaushalt bis spätestens 2020. «Die Regierung muss für haushaltspolitische Glaubwürdigkeit sorgen, weshalb wir beim Defizit weiter hart bleiben werden», sagte er. «Aber wir müssen auch realistisch sein, was das Erreichen eines Überschusses bis zum Ende des Jahrzehnts betrifft.»

12:34 Uhr: Der britische Billigflieger Easyjet erwägt laut Medienberichten nach dem Brexit-Votum, den Firmensitz von Grossbritannien in ein anderes EU-Land zu verlagern. Das Unternehmen habe mit Luftfahrtbehörden mehrerer Länder bereits Sondierungsgespräche aufgenommen, meldet der Sender Sky News unter Berufung auf firmennahe Quellen.

11:48 Uhr: Das Brexit-Referendum habe in den Wochen vor der Abstimmung einen bremsenden Effekt auf die M&A-Aktivitäten in Europa gehabt, vor allem bei möglichen Transaktionen mit einer britischen Beteiligung, zu diesem Schluss kommt eine Studie von KPMG. Gewisse Käufer haben sich gegen die direkten Folgen eines Austritts Grossbritanniens aus der EU abgesichert, was jetzt zu Neuverhandlungen oder Abbrüchen von Transaktionen führen könne. Dies werde auch in den kommenden Wochen ihre Wirkung entfalten.

11:17 Uhr: Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP) sieht im Brexit keinerlei Chancen für die Schweiz. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Grossbritannien könne der Schweiz den Zugang zum europäischen Binnenmarkt nie ersetzen, sagte die frühere Präsidentin der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz (NEBS) in einem Interview der «Schweizer Illustrierten».

11:03 Uhr: Der Druck auf Labour-Chef Jeremy Corbyn nimmt zu. Doch trotz massiven Drucks seiner Abgeordneten im Unterhaus weigert er sich zurückzutreten. Seine Kritiker fürchten, mit Corbyn an der Spitze eine mögliche Neuwahl zu verlieren. Zudem werfen sie ihm vor, er habe sich beim EU-Referendum nicht mit genügend Nachdruck für einen Verbleib Grossbritanniens in der Gemeinschaft eingesetzt.

10:11 Uhr: Der IWF bewertet die Wachstumsaussichten für die Eurozone und Grossbritannien nach dem Brexit-Votum der Briten ungünstiger als noch vor wenigen Monaten. Der Chefvolkswirt des Fonds, Maurice Moses Obstfeld, sagte der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» am Freitag, die anstehende Revision der IWF-Schätzzahlen werde «nicht positiv» für die Euroländer und das Vereinigte Königreich ausfallen.

09:36 Uhr: Der Brexit-Entscheid könnte sich auch auf die europäische Raumfahrt auswirken. Die direkten Auswirkungen auf die Europäische Raumfahrtagentur ESA hält Europas Raumfahrtchef Jan Wörner zwar gering. «Aber (das Satellitensystem) Galileo und (das Beobachtungsprogramm) Copernicus werden von der Europäischen Kommission bezahlt - und das könnte nun schwieriger werden», sagte der ESA-Chef.

8:57 Uhr: Vor dem Hintergrund von Brexit und Meinungsverschiedenheiten über die Flüchtlingskrise hat die Slowakei von den Niederlanden die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Bei der Präsentation ihres Vorsitzprogramms erklärte Aussenminister Miroslav Lajcak die Verhandlungsposition der EU gegenüber Grossbritannien. Das Land könne nicht nur Rechte behalten, ohne Pflichten wahr zu nehmen: «Ein Europa à la carte kann es nicht geben. 28 bilaterale Verträge mit Brüssel wären das Ende der EU.»

08:12 Uhr: Seit einer Woche wissen wir, dass Grossbritannien die EU verlassen will. Zahlreiche Auswirkungen waren bereits spürbar, doch manches läuft offenbar weiter wie bisher. So wird gemäss EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström das Votum der Briten für den Brexit nichs an den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) ändern. Die EU-Kommission sei entschlossen, die Verhandlungen fortzusetzen, denn Europa werde auch ohne Grossbritannien der grösste Markt der Welt bleiben.

22:54 Uhr: Damit verabschieden wir uns für heute, nach einem weiteren Tag, der mit Brexit-Nachrichten gefüllt war.

22:53 Uhr: Beruhigung an den Märkten. Eine Woche nach dem Brexit-Votum ist von dem Schock an den US-Börsen kaum noch etwas zu spüren. Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit wieder mehr auf die Weltkonjunktur, sagte Peter Cardillo von First Standard Financial. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent höher auf 17.930 Punkten. Damit sind die Brexit-Verluste fast ausgeglichen.

19:57 Uhr: Eine Woche nach dem Brexit-Votum hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's auch die Kreditwürdigkeit der Europäischen Union herabgestuft. Das Rating sei um eine Stufe von «AA+» auf «AA» gesenkt worden, teilte S&P am Donnerstagabend mit. Der Ausblick sei nun stabil. Die Absicht Grossbritanniens, aus der EU auszutreten, verringere die fiskalische Flexibilität auf EU-Ebene und weise auf einen geschwächten politischen Zusammenhalt hin, so die Ratingagentur. Der Zusammenhalt innerhalb der EU sei daher bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit nur noch ein neutraler Faktor und falle nicht mehr positiv ins Gewicht.

19:17 Uhr: Google-Chef Eric Schmidt geht nicht davon aus, dass der Internetkonzern wegen des Brexit-Votums in nennenswertem Umfang Geschäftsaktivitäten verlegen wird. Grosse Änderungen seien nicht wahrscheinlich, sagt Schmidt auf einer Technologiekonferenz in Paris. Googles Europazentrale ist in Dublin.

17:20 Uhr: Der britische Notenbankenchef Mark Carney hat eine baldige geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt. Er werde vermutlich in den kommenden Monaten die Geldpolitik lockern müssen, sagte Carney am Donnerstag in London. Die Bank of England werde nicht zögern zu handeln, sofern dies zur Stützung der Wirtschaft oder des Finanzsystems nötig sei. Das britische Pfund fiel nach Carneys Äusserungen auf ein Tagestief.

16:13 Uhr: Die Wall Street ist am Donnerstag mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Offenbar verlagern Investoren ihre Aufmerksamkeit wieder zunehmend vom Brexit auf die globale Konjunktur.

15:45 Uhr: Die Schweizer Uhrenbranche rechnet dieses Jahr erneut mit einem Exportrückgang. Der Brexit sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Lesen Sie mehr dazu hier.

15:28 Uhr: Nicht alle Länder erwarten massive Auswirkungen durch den Brexit. Nach Ansicht der österreichischen Notenbank wird das Votum keine gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft Österreichs haben. Zentralbankchef Ewald Nowotny schätzt den Wachstumsverlust für den Zeitraum bis 2018 auf 0,3 Prozent bis 0,5 Prozent. Österreich zähle damit innerhalb der EU zu den am wenigsten vom Brexit betroffenen Staaten, sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling am Donnerstag in Wien.

15:06 Uhr: Trotz Brexit will der Cloud-Arm von Amazon weiterhin an der geplanten Öffnung eines Londoner Datencenters Anfangs 2017 festhalten. «Business as usual» sei es für sie, sagte Stephen Orban von Amazon heute an einer Konferenz in Frankfurt.

14:27 Uhr: Die EU-Kommission steht nach Angaben ihres Vizechefs Valdis Dombrovskis bereit zur Bekämpfung von möglichem Chaos an den Märkten infolge des Brexit-Votums. Nach Meinung von Dombrovski ist es derzeit noch zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit auf die Euro-Zone vorherzusagen.

14:00 Uhr: Wegen des Brexit steuert das Pfund Sterling auf den grössten Monatsverlust seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 zu. Es verliert 7 Prozent zum Dollar. Damit steht die Währung ausserdem vor dem schwärzesten Juni seit mindestens 45 Jahren.

13.35 Uhr: Die EU-Kommission äussert sich zurückhaltend zu den erneuten Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker respektiere die schottische Demokratie und das dortige Ergebnis im EU-Referendum, sagt sein Sprecher. Dennoch sei der Umgang mit Schottland eine Frage, die innerhalb der britischen Verfassung geklärt werden müsse.

13:20 Uhr: Boris Johnson gibt überraschend den Verzicht auf eine Kandidatur als neuer britischer Pemierminister bekannt. Er sei nicht derjenige, der das Land nach dem EU-Referendum jetzt führen sollte. «Ich bin zu dem Schluss gekommen, diese Person kann ich nicht sein», sagte er.

11:57 Uhr: Laut US-Investor George Soros hat Grossbritanniens Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union an den Finanzmärkten eine ähnliche Krise ausgelöst wie die weltweite Finanzkrise von 2007 und 2008. «Das hat sich gleichsam in Zeitlupe entfaltet, aber der Brexit wird es beschleunigen. Er dürfte die bereits bestehenden deflationären Trends verstärken», sagte er am Donnerstag gegenüber dem Europa-Parlament in Brüssel.

11:35 Uhr: Der Chairman von Barclays, John McFarlane, fordert Klarheit, mit welchen Positionen Grossbritannien in die Verhandlungen mit der EU geht. Grossbritannien müsse ein neues internationales Modell für Finanzdienstleistungen aufbauen, sagt McFarlane in seiner Funktion als Lobbyist für den Finanzsektor.

10:48 Uhr: Auch Energieministerin Andrea Leadsom will David Cameron als Parteichefin beerben, wie sie auf Twitter mitteilt. Leadsom hatte sich für einen Brexit ausgesprochen. Noch bis heute Nachmittag dürfen sich Interessenten auf das hohe Amt melden. Auch Boris Johnsons offizielle Bewerbung wird am Vormittag noch erwartet. Eine Übersicht über die möglichen Anwärter.

10:12 Uhr: Der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält einen EU-Austritt Grossbritanniens für unwahrscheinlich. «Wir stehen erst am Anfang eines sehr langen Prozesses, viel kann noch passieren», sagte er der neuen «Wirtschaftswoche». Die Abstimmung sei «von Emotionen geprägt» gewesen. «Schauen wir einmal, ob der Brexit überhaupt kommt.»

10:06 Uhr: Die Liste der Bewerber für das Amt des britischen Premierministers wird immer länger. Nach einem Bericht der BBC wirft auch Justizminister Michael Gove seinen Hut in den Ring.

08:53 Uhr: Das britische Pfund hat am Mittwoch seine am Vortag begonnene Rally fortgesetzt, nachdem es nach dem Votum für einen EU-Austritt teils drastische Verluste verzeichnet hatte. Auch Aktien, Rohöl und höher rentierende Euroraum-Anleihen waren gefragt. 

Die Erklärung dazu von Gavin Friend, Stratege bei der National Australia Bank in London: «Der Markt weiss, dass von der politischen und ökonomischen Front wahrscheinlich noch mehr schlechte Nachrichten kommen werden. Er schaut sich um und denkt: Das hier wird noch sehr lange dauern - wo parke ich mein Geld in der Zwischenzeit. Und da es keine neuen Nachrichten gibt, hält er nach etwas Rendite Ausschau. Genau das passiert im Moment.»

08:25 Uhr: Brexit-Befürworter Nigel Farage schliesst einen Kompromiss mit der EU bei der Freizügigkeit der Bürger aus. 17,5 Millionen Wähler hätten gefordert, bei der Immigration auf die Bremse zu gehen, sagt der Chef der Unabhängigkeitspartei Ukip gegenüber der französischen Zeitung «Figaro». Um weiterhin Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu erhalten, könnte Grossbritannien aber Beiträge an den EU-Haushalt zahlen, sagt er.

07:19 Uhr: US-Präsident Barack Obama sieht im Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der EU eine Belastung für die Weltwirtschaft. «In einer Zeit, in der die globalen Wachstumsraten ohnehin schwach sind, ist das nicht hilfreich», sagte Obama.

Donnerstag, 06:33 Uhr: Frankreichs Präsident Francois Hollande will nach dem Votum der Briten für einen EU-Abschied den Finanzplatz Paris stärken. Dazu sollten die Regulierungsvorgaben auch für Steuern angepasst werden, sagt Hollande der Zeitung «Les Echos».

23:02 Uhr: Das wars für heute - wir verabschieden uns. Wie stets – danke für Ihre Aufmerksamkeit.

21:20 Uhr: In Grossbritannien will auch der frühere Verteidigungsminister Liam Fox Nachfolger des scheidenden Premierministers David Cameron werden. Nach Arbeitsminister Stephen Crabb kündigte Fox am Mittwoch seine Kandidatur für den Parteivorsitz der regierenden konservativen Partei an. «Das werde ich«, antwortete Fox im Gespräch mit dem Radiosender LBC auf die Frage, ob er seine Bewerbung am Donnerstag einreichen werde.

17:54 Uhr: Die Erholung in den Märkten setzt sich fort. Der Euro kostete heute mehr als 1,11 Dollar und gewann auch gegenüber dem Franken. Mehr als 1,08 Franken wurden pro Euro fällig. Auch die wichtigen Indizes legten erneut zu: Dax und SMI schlossen deutlich im Plus, der Dow-Jones-Index startete fester in den Handel.

15:43 Uhr: Der Mobilfunk-Riese Vodafone denkt nach dem Brexit-Referendum laut über die Verlegung seines Hauptsitzes aufs europäische Festland nach. «Die Mitgliedschaft Grossbritanniens in der EU war ein wichtiger Faktor für das Wachstum eines Unternehmens wie Vodafone», hiess es in einer Mitteilung der Unternehmens von Mittwoch. Noch sei es zu früh, Schlüsse für den langfristigen Standort des Hauptsitzes zu ziehen, aber es werde entschieden, «was auch immer zweckmässig» für das Interesse von Kunden, Aktionären und Angestellten sei.

14:57 Uhr: Der scheidende konservative Premierminister David Cameron hat Oppositionschef Jeremy Corbyn scharf angegriffen und zum Rücktritt aufgefordert. «In Gottes Namen, Mann, gehen Sie!», rief Cameron dem Labour-Vorsitzenden am Mittwoch im britischen Parlament zu. Es sei zwar für die Konservativen nützlich, wenn Corbyn weiter die Opposition führe, aber nicht im nationalen Interesse.

14:25 Uhr: Laut dem Branchenmonitor der Credit Suisse stellt der Brexit-Entscheid den Aufwärtspfad der vom Frankenschock gebeutelten Branchen in Frage. Der direkte Effekt läuft über die Wechselkurse: So schmälert das derzeit sehr schwache Pfund die Kaufkraft der Briten im Ausland. Langfristiger ist das Risiko eine konjunkturelle Abkühlung in der Eurozone.

14:02 Uhr: Der scheidende britische Regierungschef David Cameron warnt seine Landsleute vor wirtschaftlich schweren Zeiten. Das Land steuere auf eine kabbelige See zu, sagt er. Die Regierung müsse der Wirtschaft versichern, dass sich bis zum Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU nichts ändere.

13:30 Uhr: Die US-Bank JP Morgan rechnet damit, dass die Schotten ihre Unabhängigkeit von Grossbritannien durchsetzen und eine eigene Währung einführen werden. Dies sei ihr Basis-Szenario, erklärte die Bank.

12:47 Uhr: Nach Ansicht der US-Ratingagentur Fitch wird die Londoner Notenbank noch 2016 die Zinsen senken. Wahrscheinlich werde die Bank of England den Schlüsselsatz zur Versorgung der Finanzinstitute mit Geld im Jahresverlauf auf 0,25 von derzeit 0,5 Prozent senken. Die bislang boomende Wirtschaft auf der Insel werde wegen des Brexit wohl noch 2017 und 2018 ausgebremst werden. Fitch rechnet auch damit, dass die US-Notenbank ihre ins Auge gefasste Zinserhöhung bis zum Jahresende aufschiebt.

12:35 Uhr: Die portugiesische Regierung wird als Reaktion auf das Brexit-Referendum ihre Wachstumsprognose von 1,8 Prozent für dieses Jahr voraussichtlich reduzieren. «Alles deutet in eine Richtung - nach unten», sagt Finanzminister Mario Centeno der Zeitung Publico.

12:14 Uhr: In Grossbritannien läuft die Suche nach dem Nachfolger von David Cameron. Nun gab Arbeitsminister Stephen Crabb seine Bewerbung bekannt. Damit taucht ein neuer Kandidat für das Amt als Premierminister auf.

11:38 Uhr: Die ZKB korrigiert das Wachstum für dieses und nächstes Jahr nach unten. Wegen des Brexit erwarten die Experten einen stärkeren Franken – mit negativen Folgen für die Exportwirtschaft. Mehr lesen Sie hier.

11:09 Uhr: Am zweiten EU-Gipfeltag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs erstmals ohne den britischen Premier David Cameron zusammen. Die 27 Staatslenker wollen über «politische und praktische Auswirkungen» des Austritts Grossbritanniens sowie über die Zukunft der EU mit 27 Mitgliedstaaten sprechen.

10:40 Uhr: Der Brexit-Entscheid der Briten kostet die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr ein halbes Prozent Wachstum, zu diesem Schluss kommt das gewerkschaftsnahen IMK-Institut. Die Prognose müsse nun noch unten statt nach oben korrigiert werden.

10:35 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon unterstreicht bei einem Besuch in Brüssel: «Schottland ist entschlossen, in der Europäischen Union zu bleiben.»

10:02 Uhr: Nach dem Brexit-Schock ist am Mittwoch allmählich wieder die Zuversicht an den asiatischen Börsen zurückgekehrt. Investoren vertrauen zunehmend darauf, dass Zentralbanken mit neuen Fördermitteln bereitstehen, um die Konjunktur zu stützen.

Die Stimmung hellten zugleich gute Vorgaben von der Wall Street auf. Hier hatten sich Schnäppchenjäger vor allem mit Banktiteln eingedeckt, die an den vergangenen beiden Handelstagen massiv verloren hatten.

09:47 Uhr: Der britische Luxuswagen-Hersteller Jaguar Land Rover Group bleibt seinem Standort treu. Die Brexit-Entscheidung ändere nichts am Bekenntnis des Unternehmens zu seinen britischen Produktionsstätten, sagt Strategiechef Adrian Hallmark.

Ein Branchenmarktforscher schätzt, dass der Brexit den Absatz von Autoherstellern bis zum Jahr 2018 um etwa 2,8 Millionen Fahrzeuge reduziert.

09:07 Uhr: Die EU solle nicht in «kleine Clubs» zerfallen. Das fordert der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel. «Wir müssen heute ein geschlossenes Bild abgegeben. Ich bin nicht begeistert, kleine Clubs zu gründen», sagt er mit Blick auf Vorabsprachen einiger EU-Staaten über den weiteren Kurs der Union.

Mittwoch, 08:40 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon trifft am Nachmittag EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Sturgeon will bei ihrem Besuch in Brüssel die Chancen auf eine weitere Mitgliedschaft in der EU ausloten. Sie kommt auch mit Parlamentspräsident Martin Schulz und anderen führenden Abgeordneten zusammen.

22:53 Uhr: Mit diesen bedrückenden Aussichten entlassen wir Sie heute in die Nacht und hoffen auf positivere Nachrichten am Morgen. Wir danken auch heute für Ihre Aufmerksamkeit.

22:51 Uhr: Der britische EU-Austritt dürfte nach Einschätzung der EZB die Wirtschaft der Eurozone spürbar treffen. Das Wachstum könnte in den nächsten drei Jahren zusammen um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte geringer ausfallen als bisher angenommen, warnte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, laut Diplomaten beim Brüsseler EU-Gipfel.

21.47 Uhr: Tausende Brexit-Gegner haben in Grossbritannien gegen den EU-Austritt des Landes demonstriert. In London protestierten trotz Regens Hunderte mit EU-Fahnen und Sprechchören. Demos gab es unter anderem auch in Bristol, Cardiff und Oxford.

19:28 Uhr: «Ich bin überzeugt, es gilt keine Zeit zu verlieren», sagte daher Hollande. Es sei in beider Interessen, jenen des Vereinigten Königreichs wie auch der EU, dass London so rasch wie möglich den Austrittsantrag stellt. Auch die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini drängte auf eine schnelle Klärung der britischen Position.

Zudem verabschiedete vor dem EU-Gipfel das EU-Parlament eine rechtlich nicht bindende Resolution, in der es Grossbritannien zu einer raschen Austrittserklärung auffordert.

19:23 Uhr: Denn die aktuell herrschende Unsicherheit bereitet den Politikern der EU Sorge. Neben der politischen Verunsicherung, wie es nun mit der EU weiter gehen soll, gilt es auch, der Wirtschaft ein stabiles Umfeld zu garantieren.

19:21 Uhr: Der Brexit hat das Gipfeltreffen der EU-Staaten und Regierungschefs in Brüssel dominiert. Der französische Präsident François Hollande bezeichnete den britischen Entscheid, aus der EU auszutreten, als «schmerzhaft». Die EU-Chefs erwarten von London jetzt aber entschlossenes Handeln.

18:45 Uhr: Labour-Chef Corbyn will nicht zurücktreten. In einer schriftlichen Erklärung schrieb er: «Ich wurde von 60 Prozent unserer Parteimitglieder und Unterstützer demokratisch gewählt, um eine neue Politik zu machen. Ich werde sie nicht durch einen Rücktritt verraten.» Zudem habe das Votum der Abgeordneten keine rechtliche Grundlage.

18:04 Uhr: Die Labour-Abgeordneten im britischen Unterhaus haben ihrem Parteichef Jeremy Corbyn das Misstrauen ausgesprochen. Der Entscheid fiel mit 172 zu 40 Stimmen. Dies hat aber keine unmittelbaren Konsequenzen. Zunächst war unklar, wie der Oppositionschef reagieren würde. Corbyn wird Führungsschwäche vorgeworfen sowie zu wenig Entschlossenheit im Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum.

16:40 Uhr: Mit dem Brexit verliert der Finanzplatz London an Glanz, internationale Grossbanken wollen Tausende Stellen aus der City abziehen. Wie Zürich vom Abstieg Londons profitieren könnte, lesen Sie hier

15:27 Uhr: Die Chefin der schottischen Regierung, Nicola Sturgeon, reist am Mittwoch nach Brüssel. Dort wolle sie die schottische Position der EU-Kommission direkt vortragen, sagt Sturgeon. Die Schotten stimmten mehrheitlich gegen den Brexit.

14:55 Uhr: Die Finanzaufsicht Bafin ist gegen London als Sitz der geplanten europäischen Superbörse aus Deutscher Börse und LSE. «Es ist schwer vorstellbar, dass der wichtigste Börsenplatz im Euroraum von einem Standort ausserhalb der EU gesteuert wird», sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, am Dienstag am Rande einer Konferenz in Frankfurt. «Da wird man sicher nachjustieren müssen.»

14:12 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Milliardärs Richard Branson wird der Brexit in Grossbritannien eine Rezession auslösen und zum Verlust Tausender Arbeitsplätze führen. «Wir steuern auf ein Desaster zu. Ich glaube nicht, dass die Bürger schon begriffen haben, was für einen Schlamassel ihr Votum auslösen wird», so Branson am Dienstag im britischen Fernsehen. Sein Unternehmen habe seit der überraschenden Brexit-Entscheidung etwa ein Drittel an Wert eingebüsst. Tausende und Abertausende Stellen würden dadurch verloren gehen. Der Unternehmer fordert ein zweites Referendum.

13:37 Uhr: US-Präsident Barack Obama warnt vor Hysterie an den Finanzmärkten nach der Brexit-Abstimmung. Deren Ausgang zeige die «fortlaufenden Veränderungen und Herausforderungen», die sich durch die Globalisierung ergeben, sagt er dem Sender NPR.

12:52 Uhr: Was der Brexit für den Schweizer Tourismus bedeutet und welche Massnahmen Touristiker ergreifen können, lesen Sie hier.

12:21 Uhr: Das Werben um britische Unternehmen nimmt Fahrt auf. Belgiens Ministerpräsident Charles Michel ruft Firmen aus Grossbritannien auf, in sein Land zu ziehen, um weiter innerhalb der EU Handel treiben zu können. Ihm wäre dann lieber, dass sie Belgien zögen «und nicht etwa in die Niederlande».

11:39 Uhr: Der britische Premier David Cameron informiert seine Amtskollegen am Abendessen des heute beginnenden zweitägigen EU-Gipfeltreffen über das Ergebnis des Referendums. Es wird aber kaum erwartet, dass er den Austritt Grossbritanniens ankündigt und damit Artikel 50 aktiviert

11:08 Uhr: Warum sich Hauskäufer über den Brexit freuen, lesen Sie hier.

11:07 Uhr: Londons Bürgermeister Sadiq Khan verlangt mehr Autonomie für die Hauptstadt. Dies sei notwendig, um die «Jobs, den Reichtum und den Wohlstand» der Metropole in den kommenden, unsicheren Zeiten zu schützen, heisst es in einem Redetext, den sein Büro verbreitet. Die Londoner hatten mehrheitlich für den Verbleib Grossbritanniens in der EU gestimmt.

11:05 Uhr: Bis spätestens März 2017 sollten die übrigen 27 Mitgliedstaaten beschliessen, wie sie die EU effektiver machen wollen. Es sei falsch, die Debatte auf die Frage eines «mehr Europa» oder «weniger Europa» zu reduzieren. Dies stärke nur die Fliehkräfte in der EU. «Ein erfolgreiches Europa, das ist ein Europa, das seine Verträge und seine Versprechen einhält.»

11:02 Uhr: Kanzlerin Merkel fordert Geschlossenheit der verbleibenden 27 Mitgliedstaaten. «Es gilt jetzt nach vorne zu schauen und alles daran zu setzen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und anschliessend alle notwendigen Entscheidungen zu treffen», sagte sie. Jeder Vorschlag, der die EU der 27 als Ganzes aus dieser Krise führen könne, sei willkommen. «Jeder Vorschlag, der dagegen die Fliehkräfte stärkt, die Europa schon so sehr strapazieren, hätte unabsehbare Folgen für uns alle. Er würde Europa weiter spalten», sagte Merkel in der Sondersitzung des Parlaments. Sie werde sich dafür einsetzen, das zu verhindern. «Ich sehe gute Möglichkeiten, dass uns das gelingen kann.»

10:57 Uhr: Merkel: «Wer austreten möchte, kann nicht erwarten, dass alle Pflichten entfallen, die Privilegien aber weiter bestehen.» Freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt werde nur der haben, der selbst eine freie Bewegung von Menschen, Kapital, Dienstleistungen und Gütern sicherstelle. Für Europa sollte es nun nicht um eine Debatte um mehr oder weniger Europa gehen, sondern um ein erfolgreicheres Europa.

10:48 Uhr: Für Grossbritannien wird es nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel keinerlei Sondervergünstigungen nach dem Austritt aus der EU geben. Die Bundesregierung werde sicherstellen, dass es in den Trennungsverhandlungen nicht nach dem «Prinzip der Rosinenpickerei» für Grossbritannien zugehen werde, sagte Merkel in einer Regierungserklärung. Es werde deutlich werden, dass es einen spürbaren Unterschied gebe zwischen einem EU-Mitglied und einem Drittstaat ausserhalb der Union.

10:45 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat seiner Behörde nach eigenen Angaben jegliche Vorverhandlungen mit der britischen Seite über einen EU-Austritt verboten. «Solange es keine Notifizierung gibt, gibt es auch keine Verhandlungen», sagt Juncker im EU-Parlament mit Blick auf die Aktivierung von Artikel 50 der EU-Verträge, die von Grossbritannien ausgehen müsste. Das Vereinigte Königreich müsse seine Position klären. «Nicht heute, nicht morgen früh, aber doch recht schnell.»

10:39 Uhr: Der britische Wirtschaftsminister Sajid Javid will sich am Dienstag bei einem Treffen mit Managern und Verbandsvertretern informieren, welche Anliegen die Wirtschaft in einer Trennungsvereinbarung mit der EU geregelt werden sollten. Er wolle sicherstellen, dass die Interessen der britischen Firmen, Investoren und Arbeitnehmer berücksichtigt werden, sagt er. Auch Premierminister David Cameron will sich noch diese Woche mit Vertretern der Geschäftswelt treffen und mit ihnen über die Folgen des Brexits sprechen.

10:26 Uhr: Heute beraten die Staats- und Regierungschefs der EU über die Konsequenzen aus dem britischen Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union. Zu Beginn der ausserordentlichen Sitzung des EU-Parlaments dankt dessen Präsident Martin Schulz den britischen Mitarbeitern und Abgeordneten des Hauses für ihre Arbeit. «Wir bedauern zutiefst die Entscheidung, dass das Vereinigte Königreich uns verlassen will, aber Ihnen sind wir politisch und menschlich zutiefst verbunden.» Schulz dankt auch dem scheidenden EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill aus Grossbritannien, der beim Applaus seiner anwesenden Kommissionskollegen sichtlich bewegt ist.

10:18 Uhr: Können die Briten den Brexit noch verhindern? 10 Szenarien, wie es in Grossbritannien nach dem «Ja» zum EU-Austritt weitergehen könnte lesen Sie hier.

10:01 Uhr: Die Briten müssen sich nach dem Brexit-Votum auf Steuererhöhungen und Einschränkungen bei den staatlichen Leistungen einstellen. Finanzminister George Osborne kündigte an, die Regierung werde einschneidende Schritte zur Sicherung der Finanzstabilität ergreifen müssen, um die Folgen des Votums für den EU-Austritt zu bewältigen. Auf eine Frage, ob das auch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen einschliesse, antwortete er im BBC-Radio: «Ja, absolut». «Wir müssen dem Land und der Welt zeigen, dass die Regierung in der Lage ist, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu handeln», so Osborne.

8:48 Uhr: EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini ist der Meinung, dass Grossbritannien durch einen Austritt mehr verlieren werde als die EU. «Es verliert die Möglichkeit, die Entscheidungen einer der zwei, drei grössten Mächte der Welt mitzugestalten.» Auch das Vereinigte Königreich sei in dieser Welt nur ein mittelgrosses Land, die EU sei und bleibe aber eine fundamentale Macht in der Welt, so die Italienerin. Die EU müsse sich nach dem Brexit-Votum der Briten ihrer Stärken und ihres Nutzens bewusst werden. Das Referendum könne dafür ein «Weckruf» sein.

08:07 Uhr: Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz hat Europa nach dem Brexit-Votum aufgefordert zusammenzurücken. «Ich bin nicht sauer, ich bin traurig», schilderte er im Deutschlandfunk seine Gefühlslage. Aber man müsse das Ergebnis respektieren. Die EU dürfe sich nun nicht auseinanderdividieren lassen, allein nationale Wege führten nicht weiter.

07:39 Uhr: Obwohl es in ihrem Königreich seit dem Brexit-Votum drunter und drüber geht, bewahrt Elizabeth II. die Fassung. «Jedenfalls bin ich noch am Leben, ha!», erwiderte die britische Königin am Montag bei einem Besuch in Nordirland auf die Frage, ob es ihr gut gehe. Die Antwort der 90-Jährigen hörte sich an wie ein Stossseufzer, allerdings war unklar, ob Elizabeth dabei lediglich ihre Gesundheit oder auch den Zustand ihres Landes nach dem Referendum im Sinn hatte. Offiziell hat sich die Königin bislang nicht zu dem Votum für einen EU-Austritt geäussert.

07:12 Uhr: Der Vize-Präsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, will die Brexit-Verhandlungen mit Grossbritannien spätestens vor der nächsten Europawahl abgeschlossen wissen. «Wann die Verhandlungen über den Brexit beginnen müssen, ist weniger wichtig, als dass sie bis zum Mai 2019 abgeschlossen sein müssen», sagte Lambsdorff der «Rheinischen Post». Dann finde die nächste Europawahl statt, und an der könne Grossbritannien «natürlich nicht mehr» teilnehmen.

Dienstag, 06:06 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt hält eine zweite Volksabstimmung über die Mitgliedschaft seines Landes in der Europäischen Union für möglich. Voraussetzung sei, dass mit der EU ein Einwanderungsabkommen erzielt werde. Dieses müsste Grossbritannien die vollständige Kontrolle über seine Grenzen einräumen, erklärte Hunt in einem vom «Daily Telegraph» am späten Montagabend veröffentlichten Brief.

22:51 Uhr: Die vom Brexit ausgehenden Schockwellen haben an der Wall Street auch in der neuen Woche ihre zerstörerische Wirkung entfaltet. Politische Verwerfungen in Grossbritannien vom Wochenende, massive Verluste der europäischen Börsen sowie der festere US-Dollar wurden als Gründe für die anhaltend steile Talfahrt der US-Aktien genannt. Der Dow Jones Industrial schloss am Montag 1,50 Prozent tiefer bei 17'140,24 Punkten.

22:25 Uhr: Nach dem Votum für einen Brexit hat eine weitere der grossen Ratingagenturen Grossbritanniens Kreditwürdigkeit herabgestuft. Fitch nahm die Bonitätseinstufung von «AA+» auf den drittbesten Wert «AA» zurück.

20:31 Uhr: Deutschland, Frankreich und Italien wollen mit einer gemeinsamen Initiative zur Erneuerung der EU den Zusammenhalt der Europäer nach dem britischen Austritts-Votum sichern.

20:01 Uhr: Nach dem Brexit-Votum will Europas grösster Billigflieger Ryanair seine Investitionen in Grossbritannien eindampfen. Die irische Fluggesellschaft werde sich stärker auf die verbleibenden EU-Länder konzentrieren, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in einem Interview des «Wall Street Journal».

19:58 Uhr: In Reaktion auf das Brexit-Votum hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's Grossbritannien die Top-Kreditwürdigkeit aberkannt. Die Bonität des Landes sei von der besten Stufe «AAA» auf «AA» herabgestuft worden, teilte die Agentur am Montag mit. Zudem sei der Ausblick negativ.

19:14 Uhr: Die EU-Kommission vertagt die Entscheidung über den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat. Die Kommissare kamen zu Beratungen über das britische Referendum und zur Vorbereitung des EU-Gipfels am Dienstag und Mittwoch zusammen.

17:39 Uhr: Nach dem Brexit-Schock vor dem Wochenende haben der Euro und vor allem das britische Pfund am Montag weiter unter Druck gestanden. Das Pfund ist zum Dollar sogar noch unter den langjährigen Tiefstand vom Freitag gefallen. Auch zum Schweizer Franken gerieten der Euro und insbesondere das Pfund am Montag weiter unter Druck.

Am Nachmittag kostete die britische Währung zwischenzeitlich nur noch 1,3121 Dollar und damit so wenig wie seit 1985 nicht mehr.

17:22 Uhr: Das Brexit-Votum hat der britischen Regierung zufolge keine Konsequenten für das britische Engagement in Nato- und EU-Missionen. Das sagte Verteidigungsminister Michael Fallon am Montag im Parlament in London.

17:08 Uhr: Grossbritannien will erst dann offizielle Austrittsverhandlungen mit der EU aufnehmen, wenn eine Entscheidung über die Art der künftigen Beziehung zur EU getroffen ist. Das sagte der scheidende britische Premierminister David Cameron.

16:46 Uhr: Die Nachfolge des britischen Premierministers und Chefs der konservativen Tories wird nach Parteiangaben bis zum 2. September geregelt. Das gab die Tory-Partei am Montag in London bekannt.

16:23 Uhr: Die Turbulenzen an den Finanzmärkten nach dem Brexit-Votum vom Freitag haben auch die Währungshüter in China unter Druck gebracht. Die Notenbanker reagierten am Montag mit einer deutlichen Abwertung der Landeswährung. Der Yuan fiel daraufhin auf den schwächsten Wert seit Dezember 2010. Die Märkte müssten sich auf Schwankungen gefasst machen, sagen Experten.

15:47 Uhr: Angela Merkel warnt vor einer Hängepartie, unter der die Wirtschaft sowohl in Grossbritannien als auch auf dem Kontinent leiden werde. «Deshalb erwarte ich auch zu einem bestimmten Zeitpunkt die Mitteilung nach Artikel 50», sagte sie unter Verweis auf den entsprechenden Paragrafen des EU-Vertrages, ohne aber ein Datum zu nennen. «Es ist ... auch klar, dass es keine informellen Verhandlungen geben kann, bevor nicht die Absicht förmlich erklärt ist, aus der EU auszuscheiden», so die Kanzlerin. Eine Abkehr vom Brexit erwartet Merkel nicht.

15:22 Uhr: Der Ausstieg der Briten aus der EU wirbelt die Geschäfte von Fluglinien durcheinander. Die zweitgrösste europäische Billig-Airline Easyjet kassierte die Prognose für das laufende Quartal. Wegen des Brexit könnten sich weniger Menschen im Sommer für eine Flugreise entscheiden, teilte die britische Fluggesellschaft am Montag mit. Mit der Aussage schickte der Konzern seine Aktien auf Talfahrt, die um ein Fünftel einbrachen.

15:02 Uhr: Das Nein der Briten zur EU wirbelt den Fusionsplan der Börsen von Frankfurt und London durcheinander. Aktionärsvertreter drängen auf eine Neujustierung. «Die Führung der Deutschen Börse sollte ihre bisherigen Fusionspläne nochmals kritisch hinterfragen und massiv anpassen oder ganz begraben», forderte der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Frankfurter Anwalt Klaus Nieding. Die Börsenaufsicht könne einem Sitz der fusionierten Börse in London nicht zustimmen.

14:40 Uhr: Der Chef der polnischen Regierungspartei Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, fordert den Präsidenten des EU-Rates, den polnischen Politiker Donald Tusk, zum Rücktritt auf. Tusk sei direkt verantwortlich für den Brexit, erklärt Kaczynski.

13:53 Uhr: Durch den Brexit würde das Budget der Europäischen Union nach 2020 um 15 Prozent niedriger ausfallen, sagt die EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Corina Cretu. Das sei beunruhigend. 

13:34 Uhr: In Brüssel gibt es erhebliche Zweifel daran, dass Grossbritannien turnusgemäss im nächsten Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Premier David Cameron werde beim EU-Gipfel am Dienstagabend das Reizthema ansprechen, berichteten Diplomaten. London soll nach bisherigem Fahrplan vom 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 wichtige EU-Amtsgeschäfte führen.

13:15 Uhr: Der britische Finanzminister George Osborne hat Forderungen aus der EU zurückgewiesen, nun auch rasch den formellen Austrittsantrag vorzulegen. Die britische Regierung könne das Verfahren gemäss Artikel 50 des EU-Vertrags erst «auslösen», wenn sie dazu bereit sei und «klare Vorstellungen» über den weiteren Weg habe, sagte Osborne. «Nur das Vereinigte Königreich kann Artikel 50 auslösen.»

12:48 Uhr: Die Entscheidung der Briten für den Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) setzt dem Pfund Sterling weiter stark zu. Die britische Währung fiel am Montag um 3,4 Prozent auf ein frisches 31-Jahres-Tief von 1,3217 Dollar.

12:14 Uhr: Die Folgen der Brexit-Entscheidung bringen den bisher grössten Tech-Börsengang des Jahres aus dem Tritt. Der Kurzmitteilungsdienst Line verschob die Bekanntgabe der Preisspanne für seine Aktienplatzierung um einen Tag auf Dienstag. Grund seien die aktuellen Börsen-Turbulenzen, teilte das aus Japan stammende Unternehmen am Montag mit. Als Termin für den Börsengang werde allerdings zunächst weiterhin Mitte Juli angepeilt.

11:17 Uhr: Der britische Luxuswagen-Bauer Aston Martin fordert die Regierung in London auf, rasch für Klarheit und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen. Das werde der gesamten britischen Automobilindustrie helfen, sagt der für Finanzen verantwortliche Manager Mark Wilson.

10:34 Uhr: Italien will Kreisen zufolge nach dem Brexit-Entscheid seine angeschlagenen Banken mit einer milliardenschweren Geldspritze stabilisieren. Die Regierung erwäge, den Instituten bis zu 40 Milliarden Euro etwa in Form von direktem Kapital oder Garantien zur Verfügung zu stellen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf einen Insider.

07:45 Uhr: EU-Digitalkommissar Günther Oettinger und Frankreichs Finanzminister Michel Sapin fordern Grossbritannien auf, die Scheidung von der EU rasch in die Wege zu leiten. «Der nächste Schritt muss von London aus kommen», so Oettinger im Deutschlandfunk. Jeder Tag Unklarheit schrecke Investoren in aller Welt ab, in Grossbritannien, aber auch Europa ihr Geld einzusetzen. Nach Meinung des polnischen Aussenministers Witold Waszczykowski soll Grossbritannien dagegen nicht zu einem schnellen Austritt aus der EU gezwungen werden. Die EU hätte mehr dafür tun müssen, das Land in der Union zu halten.

06:58 Uhr: Sogar auf die japanische Politik könnte der Brexit Auswirkungen haben. Die Unruhe nach dem EU-Referendum dürfte in Japan Experten zufolge der Partei von Ministerpräsident Shinzo Abe bei den Oberhauswahlen am 10. Juli zugutekommen. «In unruhigen Zeiten setzt der japanische Wähler auf Stabilität», sagt Gerry Curtis von der Columbia University. Am Wochenende hatte Abe vor politischen Abenteuern mit anderen Parteien gewarnt.

Montag, 06:04 Uhr: Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft sind nach Einschätzung des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang durch den Brexit grösser geworden. China wünsche sich eine vereinte und stabile Europäische Union und ein florierendes Grossbritannien, sagt Li in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Tianjin.

13:12 Uhr: Die schottische Regionalregierung bereitet ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit von Grossbritannien vor und will eigene Gespräche mit der EU aufnehmen. Die notwendigen rechtlichen Schritte würden jetzt vorbereitet, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Samstag in Edinburgh nach einem Treffen des Kabinetts. Die schottischen Grünen signalisieren bereits Zustimmung zu Überlegungen der Minderheitsregierung in Edinburgh.

Die Schotten hatten sich mehrheitlich für den Verbleib in der EU ausgesprochen, während Grossbritannien insgesamt für den Austritt votierte. In einem Referendum hatte sich Schottland im September 2014 noch gegen eine Loslösung von Grossbritannien entschieden.

Gleichzeitig fordern mehr als 100'000 Britinnen und Briten die Unabhängigkeit für ihre Hauptstadt London. Die Brexit-Gegner möchten, dass das Londoner Ergebnis entsprechend gewürdigt wird. «London ist eine internationale Stadt, und wir wollen im Herzen Europas bleiben», heisst es auf dem Portal change.org. «Diese Petition fordert Stadtpräsident Sadiq Khan auf, die Unabhängigkeit Londons zu erklären, und sich für eine Mitgliedschaft in der EU zu bewerben - inklusive der Mitgliedschaft in der Schengen-Zone (Hmm, über den Euro reden wir dann noch...).»

09:56 Uhr: Die US-Ratingagentur Moody's droht Grossbritannien nach dem Votum für einen EU-Austritt mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes sei von «stabil» auf «negativ» gekappt worden, teilte die Agentur am Freitagabend mit. Das Rating blieb mit «AA1» aber zunächst unverändert. Es liegt eine Stufe unter der Topnote. Moody's rechnet mit negativen Effekten des Brexit-Votums auf das Wirtschaftswachstum von Grossbritannien. Die erhöhte Unsicherheit dürfte zu geringeren Ausgaben und Investitionen und damit zu einem geringeren Wachstum führen. Entsprechend kappten die Experten ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Landes im laufenden und kommenden Jahr.

Samstag, 06:45 Uhr: Der britische EU-Austritt ist nach Einschätzung des Chefs des deutschen Sachverständigenrats nicht vergleichbar mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers in der weltweiten Finanzkrise. «Es zeichnet sich im Augenblick nicht ab, dass der Brexit so weitreichende Folgen haben wird. Im Gegensatz zur Pleite der Lehman-Investmentbank vor acht Jahren handelt es sich hier ja nicht um ein plötzliches Ereignis, sondern um eines, das schon eine Weile im Raum stand», sagte Christoph Schmidt, Chef der Wirtschaftsweisen der «Rheinischen Post». Die EU dürfe nun bei den Detailverhandlungen zur Scheidung nicht zu nachgiebig mit Grossbritannien sein. Sonst werde es einen Trend zum Rosinenpicken geben – das wiederum lässt aufhorchen: Eine harte Hand der EU könnte auch die Schweizer Verhandlungen beeinträchtigen.

Freitag, 22:36 Uhr: Die unerwartete Zustimmung der Briten zu einem Austritt aus der EU hat die Anleger an der Wall Street am Freitag ebenso geschockt wie im Rest der Welt. Der Dow Jones Industrial rutschte bis zum Handelsende um 3,39 Prozent auf 17'399,86 Punkte ab. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist der Index damit wieder ins Minus gefallen.

21:15 Uhr: US-Präsident Barack Obama stimmt sich beim Umgang mit der britischen Entscheidung für den EU-Austritt mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel ab. Er habe am Freitag mit Merkel telefoniert, sagte Obama in einer Rede an der kalifornischen Stanford-Universität. Dabei habe er mit der Kanzlerin vereinbart, «dass die USA und ihre europäischen Verbündeten in den kommenden Wochen und Monaten eng zusammenarbeiten werden».

20:30 Uhr: Die Anleger am britischen Aktienmarkt haben nach der Entscheidung für einen Abschied Grossbritanniens aus der Europäischen Union kalte Füsse bekommen. Der Leitindex FTSE 100 schloss 3,15 Prozent tiefer mit 6138,69 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich um mehr als achteinhalb Prozent nach unten gerauscht war. Auf Wochensicht ist die Bilanz mit einem Plus von fast 2 Prozent dennoch positiv.

19:00 Uhr: Am Schweizer Aktienmarkt sorgte das Brexit-Votum der Briten für einen rabenschwarzen Handelstag zum Wochenschluss. Der Leitindex SMI war in einer ersten Reaktion auf den überraschenden Entscheid um beinahe 550 Punkten unter die Schwelle von 7500 Stellen abgerutscht, erholte sich aber im Verlauf des Vormittags ein wenig von dem Schock. In der zweiten Handelshälfte stabilisierte sich die Lage dann halbwegs. Unter die Räder kamen vor allem Finanzwerte und Zykliker.

18:53 Uhr: Die britische Entscheidung zum Austritt aus der Europäischen Union ist Experten zufolge ein Rückschlag für die Verhandlungen zwischen den USA und der EU über ein Freihandelsabkommen. «Das ist noch ein Grund, warum sich TTIP wohl verzögern wird», sagte Heather Conley von der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies am Freitag. Der früheste realistische Termin sei nun 2018.

18:30 Uhr: Der internationale Luftverkehrs-Verband IATA erklärt unter Berufung auf erste Schätzungen, die Zahl der Flugpassagiere aus Grossbritannien könnte bis 2020 um drei bis fünf Prozent geringer ausfallen. Grund seien die erwartete konjunkturelle Abschwächung und voraussichtliche Kursverluste des Pfund infolge des Brexit-Votums.

18:26 Uhr: Ein US-Handelsvertreter sieht auch nach der Brexit-Entscheidung starke wirtschaftliche und strategische Argumente für das geplante TTIP-Freihandelsabkommen mit der EU.

18:07 Uhr: Das überraschende «Ja» der Briten zum Austritt aus der EU hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag kalt erwischt. Nach einem Kursbeben legte sich im Handelsverlauf europaweit zwar die erste Panik - am Abend stand für den deutschen Leitindex Dax aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel.

17:56 Uhr: Nach dem Votum für einen Brexit haben sich zehntausende Londoner für einen Verbleib ihrer Stadt in der EU ausgesprochen. Über 46'000 Menschen unterzeichneten bis Freitagabend eine Petition auf der Online-Plattform change.org, in der Bürgermeister Sadiq Khan aufgefordert wird, die Hauptstadt für unabhängig zu erklären und ihren EU-Beitritt zu beantragen.

17:30 Uhr: Die Einschätzung der Schweizer Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften zum Brexit-Ja ist einhellig: Für die Exporteure wird der Entscheid der Briten zur Belastungsprobe. Und für die Politik rückt eine Lösung der Einwanderungsfrage mit der EU in weite Ferne. Eine weitere Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro und dem Pfund wird allgemein als grösste Gefahr für den Werkplatz Schweiz gesehen. Der Franken gilt trotz Negativzinsen in der Schweiz in wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten nach wie vor als sicherer Hafen. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse verweist darauf, dass Grossbritannien heute der fünftwichtigste Absatzmarkt der Schweizer Exportwirtschaft ist. Zudem sei das Land die Nummer vier für Schweizer Direktinvestitionen im Ausland. Die Verschiebungen an den Devisenmärkten und eine mögliche Rezession in Grossbritannien wirkten sich daher unmittelbar auf die Schweiz aus.

17:12 Uhr: Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU haben die Befürworter einer Unabhängigkeit der spanischen Region Katalonien ihre Forderungen nach einer Volksabstimmung erneuert. Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont erklärte, mit der Abstimmung in Grossbritannien habe «die Demokratie gewonnen».

16:29 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Brexit-Entscheidung Grossbritanniens als Protest gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie bezeichnet. «Die Konzentration der Macht ist in den leitenden Strukturen der EU sehr hoch», sagte Putin am Freitag in Usbekistan in Zentralasien. Manchen Menschen gefalle dieses «Verwischen von Ländergrenzen», anderen wiederum nicht.

16:19 Uhr: Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union durchkreuzt die Geschäftspläne grosser Fluggesellschaften. Die britische Billigfluglinie Easyjet bastelt an Optionen zur Sicherung ihres Geschäftsmodells, und ihre irische Rivalin Ryanair äusserte sich schockiert. Als Verliererin sieht sich vorerst auch die einstige Staatsfluglinie British Airways. Ihr Mutterkonzern IAG strich am Freitag sein Gewinnziel für das laufende Jahr zusammen. Seine Aktien verloren am Vormittag zeitweise ein Drittel an Wert und notierten am Nachmittag immer noch mit 23 Prozent im Minus.

15:41 Uhr: Die führenden westlichen Industrieländer (G7) wollen bei möglichen Turbulenzen nach dem Brexit-Votum notfalls mit Finanzspritzen für eine Stabilisierung der Märkte sorgen. Die Massnahmen sollen eng abstimmt werden, um auf Verwerfungen an den Finanzmärkten rasch reagieren zu können. Die G7 betonen, dass «eine übermässige Volatilität und ungeordnete Wechselkursbewegungen» negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität haben könnten. Die britische Wirtschaft und den Finanzsektor halten sie aber für robust.

15:26 Uhr: US-Präsident Barack Obama sichert zu, dass Grossbritannien und die EU unverzichtbare Partner für die USA blieben. Die Beziehungen zwischen den USA und Grossbritannien seien von Dauer.

15:07 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda bezeichnet das Votum der Briten für einen Brexit als «traurige Nachricht»t. Für die europäischen Führungspolitiker müsse das Referendum ein Signal zur Einheit sein, sagte Duda am Freitag in Krakau. Er warnt vor einem Domino-Effekt, zeigt aber gleichzeitig ein gewisses Verständnis für die Entscheidung der Briten: «Ist es nicht so, dass die EU den Ländern, die zu ihr gehören, zu viel auferlegt?»

14:46 Uhr: Der Brexit wird zum «Brexodus»: Gemäss einem BBC-Wirtschaftsjournalisten hat Morgan Stanley damit begonnen, 2000 Investmentbanker von London nach Dublin oder Frankfurt zu transferieren. Die Bank dementiert den Bericht aber.

14:42 Uhr: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat die EU zu einem Politikwechsel aufgefordert. Das Brexit-Ergebnis müsse als Weckruf an die Europäische Union aufgenommen werden, sagte Tsipras am Freitag. «Der überhebliche Diskurs der Eurokraten erzürnt die Menschen.» Eine Politik- und Mentalitätswandel sei nötig, um dem Euroskeptizismus Einhalt zu gebieten, sagte Tsipras. Die Identitätskrise Europas bestätige sich mit dem heutigen Tag.

14:15 Uhr: In einer gemeinsamen Erklärung haben EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte Stellung zum Brexit bezogen. Den freien und demokratischen Entscheid des britischen Volkes respektieren die EU-Vertreter. Sie erwarten von der britischen Regierung eine schnelle Umsetzung der Entscheidung, um weitere Unsicherheiten nicht unnötig zu verlängern. Vorerst bleibe Grossbritannien jedoch Mitglied der EU – mit allen dazugehörenden Rechten und Pflichten.

13.33 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat für diesen Montag zu einem Vierergipfel in Berlin eingeladen, um über die Folgen des britischen Brexit-Referendums zu beraten. An dem Treffen im Kanzleramt sollen Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Regierungschef Matteo Renzi sowie EU-Ratspräsident Donald Tusk teilnehmen.

12:54 Uhr: Deutlich im roten Bereich: So sieht es weltweit an den Börsen nach dem Brexit-Entscheid der Briten aus.

12:03 Uhr: Die führenden Industriestaaten (G7) haben laut Japans Regierungschef Shinzo Abe bereits auf Massnahmen zur Stabilisierung der Märkte verständigt. Abe sagte als Vorsitzender der Staaten-Gruppe, der britische EU-Austritt werde auch spürbare Folgen für Japans Wirtschaft haben. Die G7-Staaten hatten bei ihrem Treffen Ende Mai in Japan vor einem Austritt Grossbritanniens aus der EU gewarnt. An dem zweitägigen Treffen nahmen die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Deutschlands, Grossbritanniens, Frankreichs, Italiens und Japans teil.

11:45 Uhr: Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordert einen Kurswechsel in der Europäischen Union hin zu mehr Investitionen in Arbeit und Beschäftigung: Angesicht der fast drei Viertel der Briten unter 25 Jahren, die für den Verbleib in der EU gestimmt haben, sagte Gabriel: «Ich finde, wir dürfen jetzt auch nicht sozusagen die Zugbrücken hochziehen.» «Meine Erfahrung in der Politik ist, nichts ist von Dauer, nichts ist für immer», sagte er weiter. «Insgesamt ist diese schwierige Entscheidung auch die Chance für einen Neuanfang.»

11:43 Uhr: Der Präsident des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH), Jean-Daniel Pasche, bezeichnet den Brexit als «schlechte Nachricht» für die hiesige Uhrenbranche. Das Votum werde eine lange Zeit der Unsicherheit nach sich ziehen und zu Verunsicherung an den Märkten führen.

11:23 Uhr: Der voraussichtliche republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bejubelt das Votum der Briten über den Austritt aus der EU. Das Ergebnis des Referendums sei «fantastisch», sagte der Immobilienmogul.

Trumps Besuch stiess nicht auf allgemeine Begeisterung: Zwei Aktivistengruppen organisierten Proteste vor dem Golfplatz, um zu zeigen, dass Trump in Schottland «nicht willkommen» sei.

10:46 Uhr: Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem zieht aus dem Brexit den Schluss, dass die Europäische Union nicht weiter auf dem Weg der tieferen Integration oder Erweiterung voranschreiten kann. Die erste Aufgabe der Staats- und Regierungschefs in Europa sei nun, für Stabilität zu sorgen. «Das Schlimmste wäre jetzt, mehr Instabilität in die EU hineinzulassen», erklärte er. «Die Integration in der EU nun einfach weiter zu vertiefen oder die Gemeinschaft zu erweitern, ist nicht der richtige Weg in die Zukunft.»

10:36 Uhr: Zehntausende Briten unterzeichnen eine Petition für zweites Referendum. Rund 60'000 Menschen unterzeichneten bis Freitagvormittag online eine entsprechende offizielle Petition. Die britische Regierung beantwortet alle Anliegen, die auf mehr als 10'000 Unterschriften kommen; bei mehr als 100'000 Unterschriften wird das Anliegen zur Debatte im Parlament vorgeschlagen. Die Unterzeichner fordern ein zweites Referendum, wenn bei einer Wahlbeteiligung von bis zu 75 Prozent keine Seite mindestens 60 Prozent der Stimmen erreicht.

10:20 Uhr: Bundesrat Schneider-Ammann sieht wegen Brexit negative Folgen für die Schweizer Wirtschaft und sieht noch grössere Probleme in der Zuwanderungsfrage aufs Land zukommen. Die Rede des Bundespräsidenten können Sie hier im Wortlaut nachlesen.

10:14 Uhr: Nach dem Austrittsentscheid der Briten aus der EU rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) mit einer Senkung ihrer Wirtschaftsprognosen für die Schweiz. «Ich glaube schon, dass wir die BIP-Prognosen revidieren müssen», sagte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm.

«Wir sind nicht vom Brexit ausgegangen», sagte Sturm im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Über das Ausmass der Senkung der Prognosen für das Bruttoinlandprodukt (BIP) sagte Sturm nichts. «Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Brexit dramatische Effekte auf die Schweiz haben wird.»

10:01 Uhr: Für den Genfer SP-Nationalrat Carlo Sommaruga wird der Austritt Grossbritanniens aus der EU für die Schweiz «das Spiel verkomplizieren». Aber die EU werde sicherlich den Willen haben, ihre Beziehungen zur Schweiz zu klären. Es wäre jedenfalls unverantwortlich, die Verhandlungen abzubrechen, wie dies die SVP sage. «Ich glaube, dass der Wille auf beiden Seiten vorhanden ist, die Beziehungen zu stabilisieren», sagte Sommaruga weiter.

10:00 Uhr: Lloyd C. Blankfein, Chef von Goldman Sachs, zum Brexit: «Wir respektieren die Entscheidung der britischen Wähler und haben uns bereits seit vielen Monaten auf  beide möglichen Ausgänge des Referendums vorbereitet.»

09:38 Uhr: Die UBS sieht für die Schweizer Wirtschaft nur vorübergehend Schwierigkeiten: «Gestaltet sich der Austritt Grossbritanniens aus der EU ohne grössere Schwierigkeiten, sehen wir nur kurzfristig negative Auswirkungen für die Schweizer Wirtschaft. 

- Die Schweizerische Nationalbank dürfte einer Aufwertung des Frankens kurzfristig entgegenwirken und damit die Folgen für die Schweiz abfedern.
 
- Ein Austritt Grossbritanniens, welcher mit Turbulenzen verbunden ist, könnte allerdings die Schweizer Konjunktur beeinträchtigen.

09:33 Uhr: Der britische Chef der Deutschen Bank, John Cryan, sieht schwarz für Europa: «Das ist kein guter Tag für Europa. Die Konsequenzen lassen sich noch nicht vollständig absehen. Sie werden aber für alle Seiten negativ sein. Lassen Sie mich als Brite und Europäer aber sagen: Ich bin ein überzeugter Anhänger der europäischen Idee. Diese hat uns mehr als 50 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht. Deshalb schmerzt es mich, dass Europa für viele meiner Landsleute offenbar an Attraktivität verloren hat. Das ist ein klares Signal an die Europäische Union, wieder näher an die Menschen zu rücken und die Demokratie zu stärken.»

09:27 Uhr: Premierminister David Cameron hat nach dem Brexit-Votum des Vereinigten Königreichs seinen Rücktritt angekündigt.

09:23 Uhr: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach dem Ja der Briten zum Brexit am Devisenmarkt eingegriffen. Das bestätigte die SNB in einem Communiqué am Freitag. Die Nationalbank bleibe am Markt weiter aktiv, hiess es.

09:20 Uhr: Mit dem Brexit dürften Schweizer Hypotheken noch günstiger werden, schreibt Moneypark. Diese Woche hatten die Zinsen für Immobilienkredite über alle Laufzeiten bereits neue Tiefstwerte erreicht.

09:17 Uhr: Die deutsche Wirtschaft ist fassungslos über das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. Die Industrie fürchtet harte und unmittelbare Folgen für den Handel mit der Insel. Dort arbeiten fast 400'000 Beschäftigte in Niederlassungen deutscher Firmen. «Der Brexit ist für die deutsche Wirtschaft ein Schlag ins Kontor», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

Auch die Exportwirtschaft sprach von einer Katastrophe für Grossbritannien, Europa und Deutschland. «Es ist bestürzend, dass die älteste Demokratie der Welt uns den Rücken kehrt», meinte der Chef des Aussenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. «Die Briten werden die Ersten sein, die unter den wirtschaftlichen Folgen leiden werden.»

09:11 Uhr: Die Leitindexe brechen nach dem Börsenstart europaweit ein. Der SMI ist mit -6 Prozent in den Tag gestartet.

08:35 Uhr: Die Schweizer Botschaft hat in Grossbritannien extra eine Helpline für auf der Insel lebende Schweizer eingerichtet. Am Telefon geben Experten Auskunft zu Fragen zum Brexit.

08:22 Uhr: Die britische Notenbank will nach dem Brexit-Votum die Stabilität des Finanzsystems garantieren. Die Zentralbank beobachte die Entwicklungen genau, heisst es in einer kurzen Stellungnahme der Bank of England vom Freitagmorgen. Es seien «umfangreiche Notfallplanungen» ergriffen worden. Man sei bereit, mehr als 250 Milliarden Pfund bereitzustellen, um die Funktionsfähigkeit der Märkte aufrechtzuerhalten.

08:10 Uhr: Die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling geht nach dem britischen Brexit-Referendum davon aus, dass Schottland nun weg von London will. «Schottland wird die Unabhängigkeit anstreben», twitterte sie. Premierminister David Camerons' Vermächtnis werde es sein, zwei Staaten-Bündnisse zu zerbrechen, sagte sie mit Blick auf die EU und das Vereinigte Königreich. «Beides hätte nicht sein müssen.»

08:00 Uhr: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz fürchtet nach dem Brexit keine weiteren Austritte aus der Europäischen Union. «Die Kettenreaktion wird es nicht geben», sagte Schulz im «Morgenmagazin» des ZDF. Zur Begründung verwies er unter anderem auf die negativen Reaktionen von Wirtschaft und Börse auf die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU.

«Ich glaube nicht, dass andere Länder dadurch ermutigt werden, diesen gefährlichen Weg zu gehen», sagte Schulz. Darüber habe er am frühen Morgen auch mit dem französischen Präsidenten François Hollande gesprochen, und er werde auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber reden, wie eine solche Kettenreaktion vermieden werden könne.

07:59: Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, hat den britischen Regierungschef David Cameron persönlich für den Ausgang des Brexit-Referendums verantwortlich gemacht. «Man kann nicht zehn Jahre lang auf Europa herumhacken und dann darauf hoffen, in sechs Wochen alles zu drehen. Die Wähler haben ein Gespür dafür», sagte der FDP-Politiker im ZDF-«Morgenmagazin».

07:57 Uhr: US-Präsident Barack Obama will nach Angaben seines Amtes im Laufe des Tages mit Premierminister David Cameron über den Ausgang des Referendums beraten.

07:48 Uhr: Der Chef der Anti-EU-Partei Ukip, Nigel Farage, fordert den Rücktritt von Premierminister David Cameron. Ein Kandidat für dessen Nachfolge sei der frühere Londoner Bürgermeister und Brexit-Befürworter Boris Johnson.

07:44 Uhr: Premierminister David Cameron sollte nach den Worten eines führenden Vertreters des Brexit-Lagers zunächst im Amt bleiben. Es gehe darum, den Wählern in Schottland und Nordirland Sicherheit zu vermitteln und die Märkte zu beruhigen, sagte der konservative Abgeordnete Andrew Bridgen.

07:42 Uhr: Der Austritt der Briten aus der EU sorgt wohl für einen «Black Friday» an den Börsen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor Handelsbeginn um 8 Prozent tiefer bei 9435 Punkten. Die Anleger werden klar auf dem falschen Fuss erwischt: Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent angesprungen. Nun droht ein historischer Einbruch.

Bei weltweit einbrechenden Aktienmärkten flüchteten die Anleger in sichere Häfen. Vor allem der Yen blieb als Fluchtwährung gesucht. Das Pfund wertete gegenüber der japanischen Währung um bis zu 15 Prozent ab. Auch Gold und Anleihen waren am Morgen gefragt.

07:13 Uhr: Der rechtsextreme Front National fordert ein EU-Referendum auch für Frankreich. «Die Freiheit der Völker siegt am Ende immer», twittert Parteivize Florian Philippot.

07:12 Uhr: Der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander von Lambsdorff, nennt das Brexit-Votum im ZDF eine schlechte Entscheidung für Europa, aber eine viel, viel schlechtere Nachricht für Grossbritannien. Schuld hätten die politischen Eliten in beiden grossen Parteien im Vereinigten Königreich.

07:07 Uhr: Die Kurse der britischen Banken brechen ein. An der Börse in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, wo einige der Finanzwerte gehandelt werden, ging es am Freitag prozentual zweistellig abwärts.

07:04 Uhr: Das Vereinigte Königreich tritt aus der Europäischen Union aus. Der Vorsprung des Brexit-Lagers sei uneinholbar, berichtete die BBC am Freitagmorgen.

07:03 Uhr: Grossbritannien betritt nach Ansicht eines Beraters von Premierminister David Cameron Neuland. «Alle sind einfach nur müde, sie haben nicht geschlafen», sagt er vor Journalisten.

07:02 Uhr: Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders fordert ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft seines Landes.

06:53 Uhr: Devisenexpertin Sonja Marten von der DZ Bank: «Das Ergebnis kommt für den Finanzmarkt als Schock.» Anleger hatten in den vergangenen Tagen auf einen Verbleib der Briten in der EU gesetzt. Weitere Reaktionen von Ökonomen lesen Sie hier.

06:50 Uhr: Lediglich in der Hauptstadt London und in Schottland hatten sich stabile Mehrheiten für einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU abgezeichnet. In den anderen Teilen vor allem Englands, aber auch in Nordirland und Wales war das Brexit-Lager um den früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson überraschend stark.

06:37 Uhr: Mit dem britischen Ja zum EU-Austritt wird ein Domino-Effekt befürchtet, bei dem weitere Länder ihre EU-Bande lockern oder ganz aufgeben könnten. Der vermutlich jahrelange Trennungsprozess Grossbritanniens wird für Unternehmen und Investoren grosse Ungewissheit bringen.

06:33 Uhr: Die Schweizer Notenbank wollte sich zunächst nicht zu der Abstimmung äussern. Sie warte das finale Ergebnis ab, sagte ein Sprecher. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte Interventionen am Devisenmarkt angekündigt, sollte es rund um die Abstimmung zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen. Notfalls hatte er auch eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen.

06:32 Uhr: Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen liegt das Brexit Lager weiter vorn.

06:28 Uhr: Die Schweizer Börse reagiert ebenfalls hefig: Der Broker IG indiziert den Leitindex SMI aktuell 6,43 Prozent tiefer.

06:27 Uhr: Der Euro notiert zum Franken mittlerweile unter 1,07 und steht aktuell bei 1,0689 Franken. So tief hat das Euro/Franken-Paar zuletzt im August vergangenen Jahres notiert. Das Pfund sackt zum Franken auf den tiefsten Stand seit Januar 2015 ab und kostet am Freitagmorgen 1,3030 Franken. Der US-Dollar wiederum hat zum Franken zuletzt wieder etwas nachgelassen, nachdem er kurzzeitig über 0,98 Franken gestiegen war, steht er aktuell bei 0,9693 Franken.

06:24 Uhr: Die Schotten sehen nach den Worten der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon ihre Zukunft als Teil der EU.

06:23 Uhr: Die Wahlbeteiligung lag bei 72,1 Prozent. Dies geht aus PA-Daten nach der Erhebung in allen Wahlkreise hervor.

06:18 Uhr: UKIP-Chef Nigel Farage fordert Premierminister David Cameron zum sofortigen Rücktritt auf.

06:15 Uhr: Der drohende Ausstieg Grossbritanniens aus der EU versetzt die Börsen weltweit in Aufruhr. Am Devisenmarkt stürzte die britische Währung am Freitag zeitweise um mehr als neun Prozent auf 1,3466 Dollar ab - der tiefste Stand seit drei Jahrzehnten.

06:10 Uhr: Nach Auszählung von 310 der 382 Stimmbezirke führte die «Leave»-Kampagne am Freitagmorgen mit fast einer Million Stimmen.

Freitag, 06:05 Uhr: Das Brexit-Lager hat nach Berechnungen der Fernsehsender BBC und Sky News das EU-Referendum in Grossbritannien gewonnen. Damit steht das Vereinigte Königreich vor einem Austritt aus der Europäischen Union.

23:10 Uhr: Eine Nachwahlbefragung des Institutes YouGov sieht die Brexit-Gegner vorne. 52 Prozent sollen gegen den Austritt aus der EU gestimmt haben, 48 Prozent dafür.

23:00 Uhr: Die Urnen sind geschlossen, jetzt wird ausgezählt. Resultate sind aber erst in einigen Stunden zu erwarten.

22:43 Uhr: Gibraltar gibt kurz vor der Schliessung der Wahllokale die Beteiligung bekannt: Sie liege bei fast 84 Prozent, meldet die Press Association.

22:29 Uhr: Die Erwartung eines Verbleibs der Briten in der EU hat am Donnerstag auch die US-Börsen beflügelt. Alle drei grossen Indizes schlossen deutlich im Plus.

21:54 Uhr: Nach heftigen Regenfällen ist es am Tag des EU-Referendums in London und dem Südosten Grossbritanniens zu Strassensperrungen und Zugausfällen gekommen. Medienberichten zufolge mussten Tausende Pendler lange Wartezeiten an zentralen Bahnhöfen in London in Kauf nehmen. Viele seien besorgt gewesen, sie könnten ihre Wohnorte nicht mehr rechtzeitig vor der Schliessung der Wahllokale um 22 Uhr Ortszeit erreichen, berichtete der «Evening Standard».

21:06 Uhr: Die Investoren am US-Staatsanleihemarkt haben am Donnerstag auf einen Sieg der EU-Befürworter bei der Brexit-Wahl in Grossbritannien gesetzt. Die als sichere Anlage geltenden Staatsanleihen waren daher weniger gefragt.

19:55 Uhr: Die Wall Street hat sich am Tag des britischen Referendums über einen Verbleib in der EU freundlich präsentiert. Investoren scheinen überwiegend auf einen Sieg der EU-Befürworter zu setzen. Der Dow Jones Industrial gewann am Donnerstag bisher 0,88 Prozent auf 17'937,25 Punkte.

18:10 Uhr: Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Tag der Brexit-Abstimmung mit etwas festeren Kursen abgeschlossen, wobei die Nervosität unter den Anlegern zu spüren war. Nach einem zurückhaltenden Handelsstart, rückte der Leitindex SMI mit der Hoffnung auf einen Verbleib Grossbritanniens in der EU in die Gewinnzone und über die Schwelle von 8000 Punkten vor.

17:12 Uhr: Der Euro und das britische Pfund haben am Tag der Abstimmung über die Zukunft Grossbritanniens in der Europäischen Union zugelegt. Zuletzt gaben sie aber wieder etwas nach. Zum Dollar legte der Euro dabei zeitweise um einen Cent bis auf 1,1421 Dollar zu und das Pfund stieg in der Spitze auf 1,4947 Dollar. Bis zum späten Donnerstagnachmittag gab der Euro allerdings wieder auf 1,1364 Dollar nach.

«Die Märkte erwarten, dass die Wähler den Brexit ablehnen werden», kommentierte das britische Analysehaus Capital Economics die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten.

15:02 Uhr: Als Reaktion auf das britische Referendum strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf jeden Fall eine gemeinsame Antwort aller EU-Staaten an. «Das muss der wesentliche Ansatz sein», sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit Österreichs Kanzler Christian Kern. Sie stellte sich damit indirekt auch gegen Überlegungen der sechs EU-Aussenminister der Gründungsstaaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Niederlande), die über ein separates Treffen in Berlin reden. «Ich halte nichts davon, jetzt in Untergruppen zu zerfallen», mahnte Merkel. Das habe sie auch mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo am Mittwoch so besprochen.

12:59 Uhr: Die Wetten auf der Online-Seite des Anbieters Betfair signalisieren eine Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU. Am Vorabend lag der Wert noch bei 78 Prozent, teilt das Unternehmen mit.

12:05 Uhr: Wie läuft die Wahl ab? Wann folgen die Ergebnisse? Was passiert dann? Unsere Redaktorin Caroline Freigang hat die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

09:56 Uhr: Vor der Entscheidung der Briten über einen Austritt aus der Europäischen Union ist die Währung des Landes auf ein Jahreshoch gegenüber dem Dollar gestiegen. In Tokio entsprach ein Pfund wenige Stunden vor Öffnung der britischen Wahllokale kurzzeitig 1,4844 Dollar. So stark war die Währung das ganze Jahr über noch nicht. Auch gegenüber dem Euro legte das Pfund im Vergleich zum Mittwoch zu. Nach Ansicht von Analysten setzen die Händler mehrheitlich darauf, dass die Briten für einen Verbleib ihres Landes in der EU stimmen.

08:49 Uhr: Die einflussreiche chinesische Zeitung «Global Times» warnt Grossbritannien vor einem Verlust an internationaler Bedeutung im Falle eines Brexits. Mit dem Referendum gehe das Land ein hohes Risiko ein, heisst es in einem Leitartikel des Blatts, das von der Zeitung «Renmin Ribao», dem Sprachrohr der Kommunistischen Partei, herausgegeben wird.

07:36 Uhr: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) würde Grossbritannien im Falle eines Austritts aus der Europäischen Union die Spitzen-Bonitätsnote «AAA» entziehen. Sollte das Land sich für einen Brexit entscheiden, «dann wäre das AAA-Kreditrating fällig und würde innerhalb kurzer Zeit danach zurückgestuft werden», zitiert «Bild» in einem Vorabbericht den S&P-Chef-Strategen für die Länder-Ratings, Moritz Kraemer. Die politische Lage im Land wäre bei einem Brexit weniger vorhersehbar, sagt er.

Donnerstag, 07:08 Uhr: Es ist der Tag der Entscheidung: Heute stimmen die Briten über einen möglichen EU-Austritt ab. Um 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit öffnen die Wahllokale. In einer am Mittwochabend veröffentlichten Erhebung für die Zeitung «Daily Mail» kommen die EU-Befürworter auf 48 Prozent, 6 Punkte mehr als die EU-Gegner. In einer nahezu zeitgleich veröffentlichten Umfrage im Auftrag der «Times» geben 51 Prozent der Befragten an, für einen Verbleib in der Staatengemeinschaft stimmen zu wollen. 49 Prozent sind dagegen für einen Brexit.

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