Die neue Entwicklungsbank der Gruppe der fünf wichtigen Schwellenländer (BRICS) Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika hat am Dienstag in der Metropole Shanghai ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Sie hat angeblich ein Kapital von 100 Milliarden Dollar.

Das Geldinstitut arbeite nun «an der Anbahnung von Operationen», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den indischen Präsidenten des neuen Geldinstituts, K. V. Kamath. Dazu zählten auch Entwicklungsprojekte. Die eigentlichen Aktivitäten sollen demnach Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 beginnen.

Alternative zu Bretton-Woods-Institutionen

Die neue Entwicklungsbank soll als Alternative zur Weltbank und zum Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgebaut werden, in denen die USA und Europa dominieren. Ihr Kapital beläuft sich Schätzungen zufolge auf hundert Milliarden Dollar. Die BRICS-Staaten wollen ausserdem 100 Milliarden Dollar als Devisenreserve aufbauen, um sich von kurzfristigen Entwicklungen auf den Finanzmärkten unabhängiger zu machen.

China ist auch treibende Kraft bei der Gründung der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), deren Hauptsitz in Peking entstehen soll. Die Volksrepublik, zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt, will mit 30 Prozent grösster Anteilseigner an dem Institut werden. Die AIIB hat insgesamt 50 Gründungsländer, die USA und Japan lehnten eine Beteiligung ab.

(sda/ise/moh)