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Forderung
Brüssel will in Französisch über Brexit verhandeln

Michel Barnier: Er ist offenbar kein Freund der englischen Sprache. keystone

EU-Sonderbeauftragter Michel Barnier pocht auf seine Muttersprache: Der Brüsseler Chefunterhändler will sich mit den Briten nur «en français» über den EU-Austritt unterhalten.

Veröffentlicht am 21.10.2016

Die Briten sollen die anstehenden Brexit-Verhandlungen mit der EU-Kommission nach dem Willen des zuständigen Chefunterhändlers in französischer Sprache führen. Der EU-Sonderbeauftragte Michel Barnier wolle, dass französisch als Arbeitssprache und in Unterlagen verwendet werde, sagte ein mit dem Vorgang vertrauter EU-Vertreter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine EU-Sprecherin betonte allerdings, dass dies nicht die Linie der EU sei. Es gebe keine Vorgaben, in welcher Sprache die Verhandlungen geführt werden sollten.

Der Franzose Barnier war als EU-Kommissar einst für den Binnenmarkt zuständig. Seine Stellvertreterin im europäischen Brexit-Verhandlungsteam ist die deutsche Handelsexpertin Sabine Weyand. Schon als EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Barnier als Chefunterhändler ernannte, kam dies in Grossbritannien nicht gut an. Einige Kommentatoren bewerteten seine Nominierung als «Kriegserklärung».

Forderung dürfte auf Unverständnis stossen

Auch Barniers Ansinnen, auf französisch zu verhandeln, dürfte auf der Insel keine Freude auslösen. Bei ihrer ersten Teilnahme an einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel am Donnerstag war die britische Premierministerin Theresa May noch sehr freundlich empfangen worden. Auch May stimmte beim Gipfel versöhnlichere Töne an als zuletzt, was bei anderen EU-Regierungschefs gut ankam.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sieht nach Mays Auftritt «eine gute Grundlage, um weiter miteinander zu arbeiten». Verhandlungen über das künftige Verhältnis der EU zu Grossbritannien sollen aber erst aufgenommen, wenn das Land seinen Austritt offiziell beantragt hat. Dies soll laut May spätestens Ende März 2017 geschehen.

(reuters/mbü)

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