Aus Olympischen Winterspielen im Jahre 2022 in den Bündner Bergen wird nichts. Das Bündner Stimmvolk hat die Olympia-Vorlage mit fast 53 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

Bei der kantonalen Olympia-Vorlage ging es um eine Reservenbildung für die Winterspiele von 300 Millionen Franken. Die Vorlage wurde mit 41'758 zu 37'540 Stimmen verworfen. Die Beteiligung betrug 59,14 Prozent.

Fast auf den Tag genau vor 33 Jahren, am 2. März 1980, haben Bündnerinnen und Bündner letztmals Olympia-Pläne an der Urne mit einem Nein-Anteil von 77 Prozent versenkt.

Die Zustimmung zu Kandidaturbeiträgen in den zwei vorgesehenen Olympia-Dörfern St. Moritz und Davos konnte die kantonale Vorlage nicht mehr retten. Zur Weiterführung der Kandidatur hätte es in Graubünden drei Ja an den Urnen bedurft: einmal kantonal, und je einmal kommunal in St. Moritz und Davos.

Die letzte erfolgsversprechende Schweizer Kandidatur für Olympische Winterspiele war jene von «Sion 2006». Der damalige Bundesrat Adolf Ogi führte das Komitee an. Genützt hat der volle Einsatz des Sportministers nichts. Den Zuschlag erhielt Turin.

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Kein bundesrätlicher Kommentar 

Ohne Kommentar hat der Bundesrat am Sonntag das Nein der Bündnerinnen und Bündner zu Olympischen Spielen in ihrem Kanton zur Kenntnis genommen.

Durch das Nein im Bündnerland sind die Olympischen Winterspiele 2022 vom Tisch. Der Bundesrat wäre bereit gewesen, die Kandidatur mit 30 Millionen Franken und die Veranstaltung selbst mit einer Milliarde Franken zu unterstützen.

Das Nein des Bündner Stimmvolks mochte der Bundesrat nicht kommentieren. Das Verteidigungsdepartement (VBS) von Sportminister Ueli Maurer teilte in einem kurzen Communiqué mit, der Bundesrat habe den Ausgang der Abstimmung zur Kenntnis genommen. Damit ende das vom Bundesrat beschlossene Engagement für das Projekt Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden.

Bundesratssprecher André Simonazzi äusserte sich ähnlich: Das Votum bedeute das Ende der Unterstützungen des Bundes zu diesem Projekt, sagte er auf Fragen vor den Medien in Bern. «Diesen Entscheid gilt es zu akzeptieren.»

Maurer stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Er weilte am Abstimmungswochende im Ausland: In Schweden absolvierte der Bundespräsident zum wiederholten Mal den Wasalauf (Vasaloppet), einen 90 Kilometer langen Langlaufwettkampf in klassischer Technik.

(aho/sda)