Der legendäre Investor tritt schon seit Jahren auch für politischen Wandel ein. So ist Warren Buffett zum Beispiel Befürworter einer höheren Erbschaftssteuer in den USA. Ausserdem lebt der Chef des Konzerns Berkshire Hathaway die Philantrophie wie kaum ein anderer. Er vermachte  2006 rund 85 Prozent seines Vermögens oder damals 38 Milliarden Dollar wohltätigen Stiftungen.

Zu den Partnern bei Warren Buffetts philantropischen Aktivitäten gehören auch sein Sohn Peter Buffett und dessen Frau Jennifer. Sie riefen dazu die Novo Stiftung ins Leben, welche von Buffett senior über die Jahre ungefähr 2 Milliarden Dollar in Aktien erhalten wird. Der Fokus der Organisation liegt auf dem Unterschied zwischen den Geschlechtern.

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Ökonomische Argumente

Um Frauen weltweit ein besseres Los zu bescheren, konzentriert sich Novo auf Jugendliche. Die Überlegung dahinter erklärt Buffet junior in einem Interview auf dem von Credit Suisse gesponserten Blog «The Financialist»: Gebildete Frauen, welche von ihren Vätern und den Männern in der Gesellschaft als Einkommensquelle wahrgenommen werden, können später auch ihren eigenen Kindern ein bessere Leben bieten.

Vor allem werden Mädchen, welche selbst in der Lage sind Geld zu verdienen, nicht verkauft oder verheiratet. Aus diesem Grund muss auch die philantropische Arbeit bereits im jungen Alter ansetzen: Menschenhandel beginnt bei einem Durchschnittsalter von 13 Jahren. Diese Ziele will Buffett unter anderem erreichen, indem er Mikrofinanzierungen in Bangladesch unterstützt.

Unterbewerteter Vermögenswert

Schon die ursprüngliche Entscheidung sich bei seinen gemeinnützigen Aktivitäten auf Frauen zu konzentrieren begründet Buffett junior ökonomisch. Ebenso wie sein Vater ständig nach unterbewerteten Unternehmen sucht, hält er nach unterbewerteten Vermögenswerten Ausschau. Sein Fazit: «Ich denke, dass heranwachsende Mädchen der weltweit am stärksten unterbewertete Vermögenswert sind.»

Hinter dieser Aussage steckt auch die Begründgung, dass Frauen 90 Prozent des verdienten Geldes wieder in ihre Gemeinde und Familie investieren. Bei Männern sind es lediglich 40 Prozent. Nach Effizienzkriterien hat daher eine Investition in Frauen den grösseren Effekt.