Bulgariens Parlament hat ein Abkommen mit Russland und Griechenland über den Bau und Betrieb einer Erdölleitung storniert. Es geht um eine Leitung für Erdöl aus Russland vom bulgarischen Schwarzmeerhafen Burgas nach Alexandroupolis an der Ägäis.

«Das Projekt ist für Bulgarien nicht umsetzbar sowie ungünstig», argumentierte der Finanzminister der zurückgetretenen bulgarischen Regierung, Simeon Djankow. Für die Stornierung stimmten nach einer ersten Lesung 115 Parlamentarier, für das Projekt nur 25.

Der Beschluss muss in einer zweiten Lesung bestätigt werden, was als sicher galt. Die 282 Kilometer lange Leitung ist das zweite Energieprojekt mit Russland nach dem Atomkraftwerk Belene, das Bulgarien nicht umsetzen möchte.

Die bürgerliche Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow hatte sich bereits Ende 2011 aus finanziellen und ökologischen Gründen gegen die Ölleitung entschieden. Sie sollte durch die Touristenregion Burgas am Schwarzen Meer sowie ein Schutzgebiet des Natura-2000-Netzes der EU verlaufen. An der Gasleitung South-Stream mit Russland hält Sofia weiterhin fest.

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(chb/rcv/sda)