Die Schweiz rechnet wegen der Flüchtlingskrise in den nächsten Jahren mit steigenden Kosten. Der Bund hat für 2018 fast 2,4 Milliarden Franken für den Bereich Migration veranschlagt. «Für 2015 waren im Voranschlag noch etwa 1,2 Milliarden Franken vorgesehen. Jetzt sehen wir für 2018 bereits das Doppelte vor: fast 2,4 Milliarden», sagte Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, gegenüber der SRF-Sendung «HeuteMorgen» vom Donnerstag.

Grund: Bei den Asylzahlen gehe der Bund für dieses Jahr «im Moment und bei grosser Unsicherheit» wieder von 40'000 Asylsuchenden aus. «Jeder Asylsuchende kostet etwa 20'000 Franken pro Jahr, das während fünf bis sieben Jahren», sagte Gaillard weiter. «Die Kosten werden nur langsam wieder herunterkommen, auch wenn sich die Asylkrise einmal beruhigen sollte.»

Zahlen nach oben korrigiert

Noch Mitte Februar war der Bundesrat davon ausgegangen, dass die Kosten für das Asylwesen je 2,2 bis 2,3 Milliarden Franken betragen, wie die «Handelszeitung» berichtete.

Dabei verschlingen die vom Bund betriebenen Empfangs- und Verfahrenszentren nur einen Bruchteil der ganzen Asylkosten. Die Betriebsausgaben für die fünf Bundeszentren ( Basel, Chiasso, Kreuzlingen, Vallorbe und Altstätten) und für die diversen zivilen und militärischen Notunterkünfte des Bundes betrugen 2014 rund 77,2 Millionen Franken. 767 Millionen flossen in die Kantone – in Form von monatlichen Pauschalen von 1430 Franken pro Person. Detaillierte Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

(sda/ise/ama)

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