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Stromversorgung
Bund erwägt Atomausstieg

Bald nicht mehr benötigt? Das Schweizer Atomkraftwerk Gösgen. (Bild: Keystone)

Umdenken nach der Atomkatastrophe in Japan? Das Bundesamt für Energie entwirft drei Szenarien für die Zukunft der Atomenergie in der Schweiz. Eines davon ist der totale Ausstieg.

Veröffentlicht am 16.03.2011

Das Bundesamt für Energie (BFE) hat laut Direktor Walter Steinmann den Auftrag erhalten, drei Szenarien auszuarbeiten. Eines davon: der totale Ausstieg aus der Kernenergie.

Neben dem Festhalten an der Kernenergie wird auch eine Art Mittelweg geprüft: Die Vorgabe wäre, ein Ersatzatomkraftwerk zu bauen und gleichzeitig "starke Investitionen in erneuerbare Energien und die Energieeffizienz" zu tätigen, wie Steinmann im Schweizer Fernsehen SF sagte. In der Schweiz gibt es zur Zeit fünf AKW.

Bei den Arbeiten handelt es sich um eine Aktualisierung der Szenarien, die 2007 im Rahmen der Studie Energieperspektiven Schweiz entstanden, wie es beim BFE hiess. Neu kommt das Ausstiegsszenario dazu. Die neuen Analysen, die in rund einem Jahr vorliegen, sollen der Politik als Entscheidgrundlage dienen.

Um den Anteil der Atomenergie von 40 Prozent zu kompensieren, müsste noch stärker auf die Energieeffizienz und auf erneuerbare Energie gesetzt werden, sagte Steinmann. Das alleine reiche aber kaum: "Wir vermuten, dass wir für eine Übergangsfrist wohl nicht auf Gaskraftwerke verzichten könnten."

Gaskraftwerke benötigt

Bis die Gesuche für drei neue Kernkraftwerke weiter behandelt werden können, dürfte laut Steinmann mindestens ein Jahr vergehen. Wenn es allenfalls zu einer Weiterbehandlung kommt, rechnet er "mit veränderten Vorzeichen". Heute wäre aus seiner Sicht keine Abstimmung über den Neubau zu gewinnen.


Noch nicht entschieden ist, in welcher Art die Schweiz bei den Stresstests der EU für die Atomkraftwerke auf ihrem Gebiet mitmachen wird. Das müsse der Bundesrat noch besprechen, sagte BFE-Vizedirektorin Marianne Zünd zur SDA. Möglicherweise tue er dies noch in dieser Woche.

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger lud am Dienstag bei der Ankündigung der Tests die Schweiz explizit ein, an den Tests und der Ausarbeitung der Kriterien mitzuwirken.

(tno/laf/sda)

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