Eveline Widmer-Schlumpf macht Teile der Unternehmenssteuerreform II ihres Vorgängers Hans-Rudolf Merz rückgängig. Im Rahmen der nächsten Reform schlägt sie vor, gewisse Privilegien der Grossaktionäre zu schmälern, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Diese waren mitverantwortlich dafür, dass die Steuerausfälle weit höher ausfielen als prognostiziert. Zudem erlitt die AHV Mindereinnahmen.

Konkret plant Widmer-Schlumpf, die Teilbesteuerung von Dividenden zu reduzieren. Der so ausgeschüttete Gewinn soll höchstens noch zu 30 Prozent entlastet werden dürfen, und zwar sowohl bei der direkten Bundessteuer wie auch bei den Kantonssteuern. Seit Inkrafttreten der USR II werden Dividenden an Grossaktionäre mit einem Kapitalanteil von mindestens 10 Prozent beim Bund nur noch zu 50 oder 60 Prozent besteuert. Die Kantone sind bei ihrer Entlastung frei und haben teilweise noch deutlich tiefere Sätze gewählt.

Lohn statt Dividende

Mit dem Vorschlag will die Finanzministerin dafür sorgen, dass sich Unternehmer wieder mehr Lohn auszahlen und weniger Dividenden. Damit «wird die AHV tendenziell entlastet», wie das Finanzdepartement schreibt.

(se)