Die Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger, hat in einem Interview mit dem «Handelsblatt» strengere Boni-Regeln für Banker gefordert. Wenn die Finanzindustrie nicht freiwillig auf absurde Bonusvereinbarungen verzichte, sollte der Gesetzgeber eingreifen und die Bankgehälter deckeln.

«Ich bin dafür, dass Banken einen noch grösseren Teil der Bonusansprüche über einen noch längeren Zeitraum zurück behalten», sagte sie. Sie denke dabei an fünf Jahre – «oder für die hohen Boni sogar noch mehr». Dies deshalb, weil sich manche Bankgeschäfte erst nach etlichen Jahren als riskant herausstellen würden.

Die Libor-Affäre bezeichnet Lautenschläger als «den medialen Höhepunkt der Finanzskandale» in den vergangenen Jahren. «Ich halte es für absolut richtig, dass der europäische Gesetzgeber darüber nachdenkt, derartige Manipulationen strafrechtlich zu ahnden.»

Lautenschläger fordert im Interview einen Kulturwandel in der Bankenbranche. «Für die Mehrheit der Menschen leben viele Banken und Banker in einer anderen Welt», sagte sie. «Selbst wenn ein Investmentbanker noch so gut und erfolgreich gearbeitet hat, sind solche Millionen-Gehälter niemandem zu vermitteln.»

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(vst/rcv)