Infrastrukturministerin Doris Leuthard bezeichnete Zürich diese Woche im TV-Talk der «Bilanz»als «mittelalterliche Stadt»und plädierte für mehr Hochhäuser in den Schweizer Städten.

«Das kommt auf uns zu – es sei denn, wir wollen damit leben, dass sich der Wohnraum weiter verteuert, und wollen diese Ballenberg-Schweiz», sagte die Bundesrätin. Und fragte rhetorisch: «Haben wir Denkmalschutz und Ortsbildschutz zu jedem Preis?»

Gegenüber der «NZZ am Sonntag» reagieren Denkmalschützer nun empört. «Der Wohnraum wird nicht durch die minimalen Ansprüche des Denkmalschutzes verteuert, sondern dadurch, dass der Einzelne immer mehr Platz beansprucht», sagt etwa der Basler Denkmalpfleger Daniel Schneller.

«Müssten eigentlich mehr Altstädte baue»

Schneller und sein Berner Kollege Jean-Daniel Gross betonen, dass die Altstädte in Sachen Lebensqualität und Energiebilanz überdurchschnittlich gut abschneiden. «Eigentlich müssten wir mehr Altstädte bauen», folgert auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran.

In Zürich gab es bereits in den 1930er Jahren Pläne, das Niederdorf abzureissen und durch ein grossstädtisches Quartier mit Hochbauten zu ersetzen.

(aho)