Der Bundesrat will Gentests an Neugeborenen nicht generell erlauben. In seiner Antwort auf Vorstösse aus dem Parlament hält er an den heutigen Leitplanken fest. Er lehnt es auch ab, dass der Bund eine nationale Datenbank für Gentests zu Forschungszwecken schafft.

Genetische Untersuchungen an Neugeborenen sind heute erlaubt, wenn sie zum Schutz der Gesundheit notwendig sind. Nicht erlaubt sind aber Untersuchungen auf Krankheiten, auf die im Kindesalter kein Einfluss genommen werden kann.

Mit zwei Motionen zielte die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrats darauf ab, dass Eltern bei Neugeborenen Tests durchführen lassen können sollen - allerdings freiwillig. Aus Sicht des Bundesrates ist jedoch keine Änderung der heutigen Praxis angezeigt. Diese entspreche dem internationalen Konsens.

Dennoch zeigt sich der Bundesrat offen für eine Revision des Gesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG). Eine neue Ausgangslage ergibt sich etwa dadurch, dass Gentests günstiger und einfacher erhältlich geworden sind. Ende 2013 will der Bundesrat einen Revisionsentwurf in die Vernehmlassung schicken.

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Kein Gehör findet die Forderung der WBK nach einer nationalen Datenbank, in der die freiwilligen Gentest-Resultate gesammelt werden und für die Forschung zur Verfügung stehen sollen. Aus Sicht des Bundesrates ist dies nicht Aufgabe des Bundes, sondern interessierter Forscher.

(tke/rcv/sda)