Mit dem Käse Emmentaler AOP soll wieder mehr Geld verdient werden können. Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland will die Produktionsmenge deshalb wieder einschränken. Die ausserordentliche Delegiertenversammlung hat am Mittwoch ein entsprechendes Gesuch an den Bundesrat mit grosser Mehrheit verabschiedet.

Konkret geht es um die sogenannte allgemeinverbindliche Mengensteuerung. Geht es nach den Delegierten von Emmentaler Switzerland, soll diese wieder eingeführt werden. Es gehe dabei nicht um eine Verlängerung der Ende Juni abgelaufenen Regelung, sondern um ein neues Gesuch, hiess es in einem Communiqué.

Emmentaler Premiumstrategie

Nötig ist die Allgemeinverbindlichkeit laut Delegierten, damit Emmentaler AOP an seiner Premiumstrategie festhalten und diese durchsetzen kann. Die Marke hatte zuletzt im Ausland mit rückläufigen Verkäufen zu kämpfen. Gründe dafür seien der starke Franken sowie das Russland-Embargo, das eine Schwemme an günstigem Käse auf den EU-Märkten verursache.

Mit einer allgemeinverbindlichen Mengensteuerung kann die Sortenorganisation die Produktion auf die Nachfrage abstimmen. Diese gilt auch für Produzenten, die Emmentaler AOP ausserhalb der Sortenorganisation produzieren. Damit soll ein Preiszerfall verhindert werden.

Preiseinbruch vor drei Jahren

Von Juni 2013 bis Juni 2015 hatte der Bundesrat die Mengensteuerung bereits für allgemeinverbindlich erklärt. Seither wurde die Mengensteuerung auf privatrechtlicher Basis weitergeführt. Derzeit gilt für die Produzenten eine Produktionsfreigabe von 50 Prozent der Basismenge.

Die Mengenbeschränkung war im Mai 2012 schon einmal aufgehoben worden. In der Folge wurde der Markt mit so viel Emmentaler überschwemmt, dass die Preise einbrachen.

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(sda/ise/chb)