Der Bundesrat möchte, dass praktische Arbeit einen höheren Stellenwert erhält: Praktische Fähigkeiten sollten gefördert werden, und als leistungsstark sollte nicht nur gelten, wer gute schulische Leistungen vorweisen kann.

Die Talentförderung gewinne angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftebedarfs zunehmend an Bedeutung, schreibt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in einem Bericht, den der Bundesrat verabschiedet hat.

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Bereits heute könnten Ausbildungsplätze mit hohen Anforderungen zum Teil nur mit Mühe besetzt werden. Zudem führe der technologische Fortschritt in allen Bereichen der Wirtschaft zu höheren Anforderungen.

Umfassendes Leistungsverständnis

Gemäss dem Bericht lag der Fokus in den letzten Jahren eher auf Jugendlichen mit Schwierigkeiten. Nun möchte der Bundesrat den Blick verstärkt auf die Förderung von Jugendlichen mit hohem Leistungspotenzial richten.

Er plädiert dabei generell für ein umfassenderes Begabungs-und Leistungsverständnis: Der Begriff «leistungsstark», der sich bisher vorwiegend auf schulische Leistungen bezogen habe, müsse breiter verstanden werden, findet der Bundesrat.

Berufsmaturität stärken

Gestärkt werden müssen aus Sicht des Bundesrates insbesondere die Berufsmaturität und die Angebote der höheren Berufsbildung. Konkrete Vorschläge enthält der Bericht indes nicht: Bund, Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt sollten sich «mit geeigneten Massnahmen» für eine bessere Positionierung der höheren Berufsbildung und steigende Abschlusszahlen einsetzen, heisst es lediglich.

«Mit geeigneten Massnahmen» sollten ausserdem interkulturelle Kompetenzen und sprachliche Fähigkeiten gefördert werden. Dies angesichts der zunehmenden Internationalisierung auf dem Arbeitsmarkt. Weiter empfiehlt der Bundesrat, dass die Eltern vermehrt einbezogen werden, da sie den Berufswahlprozess prägen.

Schwache unterstützen

Auch bei der Unterstützung von Jugendlichen mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Schwierigkeiten sieht der Bundesrat aber «die Möglichkeit, das Engagement gezielt zu verstärken», wie er schreibt. Die Berufsverbände sollen sich dafür einsetzen, dass die Angebote der zweijährigen beruflichen Grundbildungen besser bekannt und anerkannt sind. Offene Fragen bezüglich der Arbeitsmarktfähigkeit der Absolventen will der Bund klären.

Mit dem Bericht erfüllt der Bundesrat Forderungen aus dem Parlament. In erster Linie bietet der Bericht einen Überblick über Angebote, Massnahmen und Instrumente zur Förderung und Unterstützung von Jugendlichen beim Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung.

(sda/jev)