Der Bundesrat plant eine Hilfsmission in den Ebola-Gebieten in Westafrika. Die Schweiz komme damit einem Ersuchen der UNO nach, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi am Mittwoch vor den Medien in Bern. Die Mission soll rund 90 Armeeangehörige und zwei bis drei Helikopter umfassen.

Eingesetzt werden die Fluggeräte gemäss den Plänen für den Transport von Menschen und Material, wie Simonazzi am Mittwoch in Bern ausführte. Es würden allerdings lediglich Gesunde geflogen, also humanitäre Helferinnen und Helfer und Gesundheitspersonal.

VBS will Abklärungen vor Ort machen

Bevor der Bundesrat endgültig entscheidet und den Räten die Botschaft zu der Mission zustellt, werden in den Seuchengebieten vor Ort Abklärungen vorgenommen. Das Verteidigungsdepartement wird dafür ein unbewaffnetes Detachment schicken, wie es in der Medienmitteilung des Bundes heisst. Für den Einsatz sollen nur Freiwillige rekrutiert werden.

Über die Mission kann der Bundesrat in eigener Kompetenz befinden. Er muss sie allerdings nachträglich vom Parlament absegnen lassen. Dies wird voraussichtlich in der Wintersession der Fall sein.

Schweiz ist gut vorbereitet

Von Ebola am meisten betroffen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch im August als internationalen Gesundheitsnotfall eingestuft. Das Virus hat sich seither weiter ausgebreitet. Die Prognosen sind mittlerweile niederschmetternd: Im Dezember könnte es zu 10'000 Neuansteckungen pro Woche kommen.

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Gemäss eigenen Informationen beobachtet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aufmerksam die weltweite Situation. Im Oktober 2014 sind erstmals Erkrankungen ausserhalb von Afrika aufgetreten, zwei in den USA, eine in Spanien. «Sollte ein Ebola-Fall in der Schweiz auftreten, wären die Spitäler vorbereitet und medizinisch ausgerüstet», schreibt der Bund auf seiner Homepage und ergänzt: «Derzeit braucht es keine zusätzlichen Massnahmen.»

Noch keine Massenhysterie

Trotz der Zusicherung, die Schweiz sei gut vorbereitet, bleibt Ebola ein Reizthema bei der Bevölkerung. In einer Umfrage unter den Lesern von handelszeitung.ch geben mehr als die Hälfte an, sich vor dem Virus zu fürchten. Vereinzelte Twitter-Nutzer reagierten auch ungehalten auf die Nachricht, dass der Bundesrat die Vereinten Nationen mit einem Hilfseinsatz unterstützen möchte.

Panik macht sich aber noch nicht breit. Im Vergleich zum ersten Schweizer Ebola-Verdachtsfall bleibt die Online-Gemeinde eher ruhig. Damals hiess es, ein junger Mann aus Guinea sei womöglich an Ebola erkrankt. Christoph Mörgeli twitterte daraufhin: «Wer trägt die Verantwortung bei Ausbruch einer Epidemie?»

(ise, mit Material der Nachrichtenagentur sda)