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Aufstand
In Burkina Faso regiert jetzt die Armee

Gewalt in Ouagadougou: Nach der Eskalation übernahm das Militär die Macht.  Keystone

Regierungsgegner in Burkina Faso haben das Parlament gestürmt und in Brand gesetzt. Mehrere Menschen wurden bei den Protesten getötet. Am Abend übernahm das Militär die Macht im Land.

Veröffentlicht am 30.10.2014

Aus Protest gegen die Regierung des westafrikanischen Staates Burkina Faso haben Tausende Demonstranten am Donnerstag das Parlament in der Hauptstadt Ouagadougou gestürmt und in Brand gesetzt. Sie zogen auch zum Präsidentenpalast und besetzten den staatlichen Fernsehsender, der den Betrieb einstellte. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens drei Demonstranten erschossen.

Am Donnerstagabend hat offenbar schliesslich die Armee die Macht in dem westafrikanischen Land übernommen. Die Regierung sei abgesetzt und das Parlament aufgelöst worden, teilte das Militär bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Ouagadougou mit.

Ausgangssperre verhängt

Es werde nun ein Übergangsgremium eingesetzt, das in den kommenden zwölf Monaten die verfassungsmässige Ordnung wieder herstellen solle. Die Armee verkündete ausserdem eine landesweite Ausgangssperre zwischen 19 Uhr und 6 Uhr.

Auslöser der Unruhen war die geplante Amtszeitverlängerung von Präsident Blaise Compaoré.

Putschist Compaoré regierte 27 Jahre

Die drei Demonstranten wurden erschossen, als die Menge versuchte, das Haus von Compaorés Bruder zu stürmen. Auch in der Nähe des Präsidentenpalastes kam es zu Ausschreitungen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schusswaffen ein. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Compaoré kam 1987 durch einen Putsch an die Macht und hatte das Land lange fest im Griff. In den vergangenen Jahren ist aber die Kritik auch in den eigenen Reihen und aus den Streitkräften gewachsen. Am Dienstag waren bereits Hunderttausende gegen den 63-Jährigen auf die Strasse gegangen.

(reuters/sda/gku)

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