Erst in sieben Monaten sind die Briten aufgerufen, ihr neues Parlament zu wählen. Doch der Wahlkampf läuft schon jetzt auf Hochtouren. Vor allem der aktuelle Premier ist mit seinem Programm «Securing a Better Future» aggressiv auf Stimmenfang. Dabei setzt David Cameron auf Kampfansagen an die EU – und scheint damit offenbar anzukommen: Erstmal seit März 2012 hat seine konservative Partei in Umfragen die Führung von der Labour-Partei übernommen, wie das Meinungsforschungsinstitut You Gov heute meldete.

Demnach gaben 35 Prozent der Begragten an, für die konservativen Tories votieren zu wollen. Die Labour-Partei kommt demnach auf 34 Prozent. Für die derzeit mitregierenden Liberaldemokraten würden sich laut You Gov sechs Prozent der Wähler entscheiden. Beachtlich: Die europafeindliche Partei Ukip, die im Mai bereits souverän mit 28 Prozent der Stimmen die Europawahl in Grossbritannien  gewann, kommt auf 14 Prozent.

Cameron von Ukip angestachelt

Die Tories um Premier Cameron rangierten im Frühjahr sogar noch hinter Labour. Angestachelt offenbar vom Erfolg der europakritischen Ukip bemüht sich Cameron derzeit aggressiv um Wähler, die eine Annäherung an die Europäische Union (EU) ablehnen. Dabei bedient er sich offenbar bei der Schweizer SVP: Die Zuwanderung aus EU-Staaten stelle für die Briten ein grösseres Problem dar als die aus anderen Ländern, sagte er in dieser Woche.

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Cameron wolle die Begrenzung der Zuwanderung «in den Mittelpunkt» der angestrebten Reformverhandlungen in Brüssel stellen. Auch mit einem Austritt aus der EU liebäugeln die Tories. So haben sie für 2017 ein Referendum über Grossbritanniens Zugehörigkeit zur EU versprochen, sollten sie die anstehende Wahl gewinnen.