Nach dem Berliner Weihnachtsmarktanschlag hat der Chaos Computer Club (CCC) vor einer Ausweitung der Videoüberwachung auf Strassen und Plätzen gewarnt. Das Ergebnis wäre ein grosses vernetztes System, das eine Vollüberwachung aller Menschen in der Öffentlichkeit ermöglichen würde, sagte CCC-Sprecher Linus Neumann am Dienstag in Hamburg.

In England sei diese Entwicklung mit der Verbindung einzelner Geräte zur Videoüberwachung schon jetzt erkennbar. «Dann wäre die Vollüberwachung, die wir im Internet schon haben, auch in der Öffentlichkeit Realität», sagte Neumann zum Auftakt des CCC-Kongresses. In Verbindung mit neuer Software zur Gesichtserkennung könnten die Behörden dann erfassen, wer sich wann an welchem Ort aufhalte und mit wem getroffen habe.

«Kein Entkommen mehr»

«Das ist nicht das, was wir in einer Demokratie wollen», sagte Neumann. «Wenn wir das einmal haben, gibt es kein Entkommen mehr - deswegen müssen wir es bekämpfen, bevor es entsteht.»

Mehr Videoüberwachung hätte den Anschlag mit zwölf Toten in Berlin nicht verhindert, sagte Neumann. «Es ist empörend, wie hier mit der Forderung nach mehr Videoüberwachung von dem eigentlichen Versagen der Ermittlungsbehörden abgelenkt wird.»

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(sda/chb)