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Politik

Chávez kämpft ums Überleben, Regierung beschuldigt «Feinde»

Venezuelas krebskrankem Staatschef Hugo Chávez geht es deutlich schlechter. Ranghohe zivile und militärische Vertreter des Landes sind zum Krisentreffen zusammengekommen. Die Regierung macht irritiere

Veröffentlicht am 05.03.2013

Angesichts einer drastischen Verschlechterung des Gesundheitszustands von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez haben sich am Dienstag ranghohe zivile und militärische Vertreter des Landes in der Hauptstadt Caracas versammelt.

Die venezolanische Regierung warf «Feinden» des Landes vor, für den Krebs des Präsidenten verantwortlich zu sein. Ausserdem ordnete sie die Ausweisung von zwei US-Diplomaten wegen Vorwürfen der «Destabilisierung» Venezuelas an.

Das Staatsfernsehen VTV berichtete, Vizepräsident Nicolás Maduro, designierter Nachfolger des schwerkranken Chávez, habe mehrere Minister und Militärs sowie etwa 20 Gouverneure aus den Reihen der sozialistischen Regierungspartei PSUV zu einem Treffen in den Präsidentenpalast einberufen. Dabei sollten die «Strategien für mehrere Entwicklungsprojekte» in Venezuela festgelegt werden.

«Feinde» verantwortlich für Krankheit

Am Ende des Treffens beschuldigte Maduro Venezuelas «historische Feinde», hinter Chávez' Krebserkrankung zu stecken. Sie hätten einen «schwachen Punkt» gesucht, um die Gesundheit des Präsidenten zu treffen. Eines Tages werde dies wissenschaftlich bewiesen werden können.

Zugleich gab der Vizepräsident bekannt, dass der Luftwaffenattaché der US-Botschaft des Landes verwiesen werde. Er habe innerhalb der venezolanischen Armee konspiriert und versucht, Soldaten für «Destabilisierungsprojekte» zu gewinnen. Ein Pentagon-Sprecher sagte, der Oberst sei bereits auf dem Weg in die USA.

Venezuela erlebe seine «schwierigsten Stunden», seit Chávez im Dezember in Kuba erneut operiert worden sei, sagte Maduro in seiner Fernsehansprache. Er rief das Volk auf, «für die Gesundheit und das Leben unseres Kommandanten Präsidenten zu beten».

Ausweisungen wegen «Komplott»

Später teilte Aussenminister Elías Jaua mit, auch ein zweiter für die Luftwaffe zuständiger US-Diplomat werde wegen eines Komplotts ausgewiesen. In der Nacht zum Dienstag hatte die Regierung mitgeteilt, Chávez leide an einer «neuen und schweren» Infektion, die «intensive» Chemotherapie wegen seines Krebsleidens werde aber fortgesetzt.

Chávez war Mitte Februar nach einer erneuten Behandlung in der kubanischen Hauptstadt Havanna nach Venezuela zurückgekehrt. Seitdem befindet er sich im Militärspital Carlos Arvelo in Caracas. Dort fanden sich zahlreiche Chávez-Anhänger zum Gebet für den Präsidenten ein.


Der 58-jährige Chávez regiert Venezuela seit dem Jahr 1999. Im Juni 2011 wurde Krebs bei ihm diagnostiziert. Nach einer Therapie erklärte er sich im vergangenen Sommer für geheilt, bei der Präsidentschaftswahl im Oktober wurde er für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Seine für den 10. Januar vorgesehene Vereidigung für das Präsidentenamt wurde mit Genehmigung des Obersten Gerichtshofs auf unbestimmte Zeit verschoben.

(tno/sda)
 

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