In Venezuela hat knapp sechs Wochen nach dem Tod von Staatschef Hugo Chavez Interimspräsident Nicolas Maduro nach amtlichen Angaben die Präsidentenwahl gewonnen. Auf den 50-jährigen Madura, den Chavez zu seinem Wunschnachfolger erklärt hatte, entfielen 50,76 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission mitteilte. Sein zehn Jahre jüngerer Herausforderer Henrique Capriles habe 49,07 Prozent erhalten. 

Damit kann Madura die sozialistische Politik von Chavez in dem ölreichen südamerikanischen Land fortsetzen. In Umfragen hatte Maduro vor der Wahl am Sonntag klar in Führung gelegen. Capriles konnte aber zuletzt aufholen und hatte sich einen Überraschungssieg zugetraut.

Der Oppositionskandidat fordert nun eine Neuauszählung der Stimmen. Es habe zahlreiche Unregelmässigkeiten bei der Abstimmung gegeben, sagte Capriles in der Nacht in der Hauptstadt Caracas. Deshalb werde die Opposition die Ergebnisse der Wahlbehörde nicht anerkennen. Der Regierungskandidat Nicolas Maduro habe die Wahl ganz klar verloren. Nun müsse jede Stimme erneut ausgezählt werden.

In einigen Stadtvierteln von Caracas zogen wütende Einwohner auf die Straßen und hämmerten mit Löffeln auf Kochtöpfen, um ihren Unmut über das offizielle Wahlergebnis kundzutun.

(tno/chb/reuters)