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Chefredakteur der «Hürriyet» wirft vor Türkei-Wahl hin

Istanbul: In der Türkei wird der Präsident gewählt. Keystone

Der Chefredakteur der grossen türkischen Zeitung «Hürriyet» hat unmittelbar vor der morgigen Präsidentenwahl seinen Posten geräumt. Zuvor hatte Wahlfavorit Recep Erdogan den Verlag massiv kritisiert.

Veröffentlicht am 09.08.2014

Der Chefredakteur der türkischen Zeitung «Hürriyet», Enis Berberoglu, ist vor der Präsidentenwahl am Sonntag zurückgetreten. Vorausgegangen war scharfe Kritik von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan – der haushohe Favorit der Wahl – am Dogan-Verlag, dem das Blatt gehört.

Die Zeitung wies Spekulationen zurück, Berberoglu habe wegen Drucks der Regierung am Freitag seinen Posten geräumt. Vielmehr habe er sich aus eigenem Antrieb dazu entschieden und den Schritt noch vor der Abstimmung angekündigt, «damit dem keine politische Bedeutung beigemessen wird». Eine Stellungnahme von Berberoglu selbst gab es zunächst nicht.

Kritiker werfen Erdogan Einschränkung der Meinungsfreiheit vor

Erdogan hat den Dogan-Verlag wiederholt angegriffen. Bei einer Wahlveranstaltung am Donnerstag warf er der Mediengruppe vor, über einen ihrer Fernsehsender Islam-feindliche Kommentare verbreitet zu haben. Zudem ergreife sie in ihrer Berichterstattung über den Konflikt im Gazastreifen Partei für Israel. Kritiker werfen Erdogan vor, als Regierungschef die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt zu haben. Er weist dies zurück.

(reuters/moh)

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