Ein Milliarden-Deal mit dem US-Konzern Chevron macht die Ukraine unabhängiger von russischem Gas. Die ehemalige Sowjetrepublik schloss mit Chevron einen Vertrag zur Schiefergasproduktion über zehn Milliarden Dollar.

Bereits im Januar hatte das Land eine ähnliche Abmachung mit dem britischen Shell-Konzern vereinbart. Damit werde die Ukraine ihren Gasbedarf ab 2020 wohl selbst decken können, sagte Ministerpräsident Viktor Janukowitsch. Wenn es gut laufe, könne die Ukraine sogar Gas exportieren.

Oft Energiestreit mit Russland

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Zwischen Russland und der Ukraine hat es in den vergangenen Jahren oft Streit um Gaspreise und Transitgebühren gegeben. Das hatte auch zu Lieferunterbrechungen für russisches Gas nach Europa geführt, weil Transportleitungen durch das Nachbarland führen. Erst vergangene Woche forderte Russland von der Ukraine erneut die umgehende Bezahlung offener Rechnungen.

Stirnrunzeln in Moskau

Die Regierung in Moskau sieht das geplante Freihandelsabkommen der Ukraine mit der Europäischen Union mit grosser Skepsis. Sie fürchtet, dass dadurch russischen Produkten neue Konkurrenz erwächst. Bislang ist Russland der wichtigste Handelspartner der Ukraine. Das Abkommen mit der EU ist aber noch nicht fix. Viele EU-Mitgliedsländer sind unzufrieden mit den demokratischen Reformen in der Ukraine und dringen vor allem auf die Freilassung von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Sie war 2011 wegen angeblichen Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die EU spricht von einem politischen Prozess.

(reuters/chb/rcv)