Chile stellt sich der Vergangenheit und hat am Mittwoch beim Justizministerium ein Unterstaatssekretariat für Menschenrechte ins Leben gerufen. Dieses soll sich insbesondere mit Verbrechen unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973 bis 1990) befassen.

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet sagte bei der Gründungszeremonie, die «Zukunft des Landes« beruhe auf der «Gerechtigkeit». Das Sekretariat soll unter anderem Ermittlungen zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit anregen und zu deren Bestrafung beitragen.

Pflege von Gedenkstätten

Weitere Aufgaben der neuen Einrichtung sind die Pflege von Gedenkstätten sowie die Ausarbeitung von Richtlinien zur Einhaltung von Menschenrechten in sämtlichen staatlichen Institutionen einschliesslich der Armee.

Anzeige

Laut einem amtlichen Untersuchungsbericht wurden während der Militärdiktatur mehr als 3200 Menschen getötet. Nachweislich wurden mindestens 28'000 Menschen gefoltert, vermutlich ist die Zahl der Opfer jedoch wesentlich höher.

Dutzende Regiemitglieder in Haft

In den 25 Jahren seit dem Ende der Militärregierung wurden amtlichen Zahlen zufolge 1373 Vertreter des Pinochet-Regimes vor Gericht verurteilt. Von ihnen verbüssen demnach 117 ehemalige Militärs Haftstrafen, die meisten von ihnen im Sondergefängnis Punta Peuco bei Santiago de Chile, wo die Haftbedingungen besser sind als im üblichen Strafvollzug.

(sda/mbü)