Knapp 40 Jahre nach der Machtergreifung von General Augusto Pinochet in Chile haben sich die Richter des Landes bei den Opfern seiner Herrschaft entschuldigt. Es sei die Zeit gekommen, bei den Opfern der Misshandlung durch den Staat um Vergebung zu bitten.

«Es muss klar gesagt und vollständig anerkannt werden: Das Justizsystem und insbesondere das Oberste Gericht damals versagten in ihrer Rolle als Garanten der grundlegenden Menschenrechte und diejenigen zu schützen, die Opfer der Misshandlung durch den Staat waren», erklärte die chilenische Richtervereinigung.

Chilenische Gerichte wiesen in rund 5000 Fällen Anfragen nach Hilfe bei der Suche nach Angehörigen ab, die von Geheimdienst und Sicherheitskräften entführt oder ermordet worden waren. Die Gerichte erklärten, keine Informationen dazu zu haben.

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Die Behörden schätzen, dass die Regierung von Pinochet für mindestens 3200 Morde und 38'000 Fälle von Folter verantwortlich war. General Pinochet hatte am 11. September 1973 mit Unterstützung des US-Geheimdiensts CIA den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gestürzt und selbst die Macht übernommen. Erst 1990 gab er die Regierungsführung ab.

(sda/chb/rcv)