1. Home
  2. Politik
  3. China erlaubt direkten Euro-Renminbi-Handel

Währung
China erlaubt direkten Euro-Renminbi-Handel

Zhou Xiaochuan: Der chinesische Zentralbankenpräsident gibt die Lockerung bekannt.  Keystone

Fünf Währungen dürfen bereits auf dem chinesischen Festland gehandelt werden. Dem Euro wird nun die Ehre zuteil, die sechste zu werden. Das dürfte die Transaktionskosten der Unternehmen senken.

Veröffentlicht am 29.09.2014

Die Volksrepublik China treibt ihr Bestreben voran, die Bedeutung der heimischen Währung Renminbi zu erhöhen. Wie die Notenbank des Landes am Montag bekanntgab, ist es den chinesischen Banken von diesem Dienstag an gestattet, den Renminbi und den Euro direkt zu handeln.

Damit wird der Euro zu der sechsten Währung, die auf dem Festland Chinas unmittelbar gegen den Renminbi getauscht werden darf. Bisher war dies dem US-Dollar, dem australischen und neuseeländischen Dollar, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen vorbehalten.

Künftig «Marktpflegesystem» beim Wechselkurs

Der Schritt diene dazu, den Warenhandel und die Investitionsströme zwischen China und dem Euroraum zu unterstützen und die Verwendung der beiden Währungen zu vereinfachen, teilte die People's Bank of China mit. Bislang werden Handelsgeschäfte zwischen den zwei grossen Wirtschaftsräumen überwiegend in US-Dollar abgewickelt. Mit dem Wegfall einer Umtauschstufe dürften die Transaktionskosten für Unternehmen und Investoren sinken.

Die Notenbank gab in Grundzügen bekannt, wie sich der Wechselkurs zwischen den beiden Währungen künftig bilden soll. Dies soll über ein sogenanntes «Marktpflegesystem» erfolgen, bei dem gesondert beauftragte Handelshäuser («Marketmaker») Marktpreise ermitteln und Liquidität zur Verfügung stellen. Auf dieser Basis will die Notenbank jeden Tag einen Zentralkurs festlegen, zu dem dann der Handel erfolgt. Ähnlich verfährt China seit längerem beim Austauschverhältnis Renminbi und US-Dollar.

(awp/lur/ise)

Anzeige