In China und Russland wächst die Sorge vor den Folgen eines Ausstiegs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) aus ihrer ultralockeren Geldpolitik für die Weltwirtschaft. Der chinesische Finanzminister Lou Jiwei sagte in Washington, sein Land unterstütze die Pläne der USA für ein Ende des Anleihenkaufprogamms, sobald es die Umstände zuliessen. «Früher oder später» werde dies der Fall sein. Zum genauen Zeitpunkt wolle sich China nicht positionieren. Es sei aber wichtig zu bedenken, dass die Geldpolitik der USA nicht nur Auswirkungen auf die eigene Volkswirtschaft, sondern auch auf die gesamte Geldpolitik habe, fügte der Finanzminister hinzu. Für Schwellen- und Entwicklungsländer könnte der Schritt zu Volatilität führen.

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Ins gleiche Horn stiess der russische Finanzminister Anton Siluanow. «Ich denke, alle sind gegen plötzliche Veränderungen in der Währungs- und Geldpolitik», sagte er in einem Reuters-Interview. Das Anziehen der geldpolitischen Zügel sollte klar vorhersehbar und graduierlich geschehen. «Wir (die G20-Staaten) sollten keine Anlässe für Instabilität geben.» Besonders die Geldpolitik in solchen Staaten, deren Währung von anderen Ländern als massgebliche Devisenreserve genutzt wird, sollte berechenbar sein. China und Russland halten einen großen Teil ihrer Devisenreserven in Dollar.

Seit Fed-Chef Ben Bernanke Mitte Juni einen Fahrplan zur Rückführung der milliardenschweren Fed-Anleihenkäufe vorgestellt hat, spekulieren Investoren über den frühstmöglichen Termin. Viele hatten sich darauf eingestellt, dass dem Markt schon ab Herbst Liquidität entzogen werden könnte. Am Mittwochabend hatte Bernanke nun klargemacht: So schnell wird das Tempo der Notenpresse nicht gedrosselt.

(tke/reuters)