Unter grossem Interesse der Bevölkerung hat in China der Prozess gegen den früheren Polit-Star Bo Xilai begonnen. Der 64-Jährige sei von der Polizei in den Verhandlungsaal geführt worden, teilte das Gericht in Jinan mit.

Das ehemalige Politbüro-Mitglied, das beim Pekinger Führungszirkel in Ungnade gefallen ist, muss sich wegen Korruption, Bestechung und Amtsmissbrauch verantworten. Der Vorsitzende Richter Wang Xuguang sprach zum Prozessbeginn nach Angaben des Gerichtes von einem «extrem komplizierten» Fall.

Prozessauftakt

Begleitet wurde der Prozessauftakt von einem massiven Sicherheitsaufgebot. Rings um das Gericht in Jinan in der östlichen Provinz Shandong sperrten Polizisten die Strassen ab.

Trotzdem versammelten sich hunderte Menschen, um eventuell einen Blick auf Bo zu werfen. Einer seiner Anhänger rief immer wieder «Ich verneige mich vor Dir», als der Bus vorbeifuhr, in dem vermutlich der Angeklagte ins Gericht gebracht wurde.

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Das Gericht wird nach Ansicht von Beobachtern sein Urteil schon bald fällen. Ein Schuldspruch gilt als ausgemacht, weil die Führung in Peking nach Einschätzung von Beobachtern an Bo ein Exempel für ihren verschärften Kampf gegen Korruption statuieren will.

Bo war früher KP-Chef der südwest-chinesischen Metropole Chongqing und gehörte als eines von 25 Mitgliedern des Politbüros zur engsten Führungsriege des Landes.

(tke/muv/sda)