Chinesen in Deutschland sollen nach einer Empfehlung ihrer Botschaft nachts nicht mehr allein auf die Strasse gehen. Die Vertretung in Berlin warnt ihre Bürger in einem drastisch formulierten «Sicherheitshinweis» vor den dortigen Gefahren.

Bei der Sicherheitslage habe es eine «grosse Veränderung» gegeben, heisst es in dem Hinweis, den die Botschaft Ende Dezember auf ihrer Internetpräsenz veröffentlicht hat und der auch in chinesischsprachigen Zeitungen verbreitet wurde. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Chinesen Opfer von Gewalttaten in Deutschland.

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Angst vor Terroranschlägen

«Vermeiden Sie nach Möglichkeit, nachts allein auf die Strasse zu gehen oder sich an abgelegene Plätze zu begeben», heisst es in dem Text. «Bei der Rückkehr nach Hause versichern Sie sich, ob Ihnen jemand gefolgt ist. Nach dem Eintreten achten Sie darauf, Türen und Fenster geschlossen zu halten, öffnen Sie Fremden nicht leichtfertig die Tür.»

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember sind Chinesen angehalten, auf «ungewöhnliche Phänomene» zu achten – unter anderem auf Menschen, die «dem Anschein nach Schusswaffen oder Sprengstoff mit sich führen». Eine deutsche Version hat die Botschaft nicht publiziert, eine Anfrage zu dem Sicherheitshinweis beantwortete die Presseabteilung nicht.

2016 hatten neben dem Berliner Anschlag mehrere weitere Bluttaten in Deutschland Aufsehen in China ausgelöst. Ein islamistischer Attentäter hatte im Juli eine Familie aus Hongkong mit einer Axt schwer verletzt. Im Mai wurde eine chinesische Architekturstudentin in Dessau Opfer eines Sexualmords. In Bochum wurden zwei chinesische Studentinnen von einem irakischen Flüchtling überfallen.

(sda/me/chb)