Christoph Blocher erteilt in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» all jenen eine Absage, die auf seinen Abgang aus dem Nationalrat zum Ende der laufenden Amtsperiode hoffen. Insbesondere bei CVP, BDP und FDP hofft man, dass Blocher Ende 2015 aus dem Nationalrat austritt. Komme es zum Abgang, habe die SVP ihren zweiten Bundesratssitz auf sicher: Dies gaben Parlamentarier dem SVP-Präsidenten Toni Brunner und Fraktionschef Adrian Amstutz zu verstehen, wie Christoph Blocher sagt.

Bedingungen für Rücktritt

Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» betont Blocher: «Wir wollen den zweiten Bundesratssitz, aber nicht unter allen Umständen.» Zu einem Rücktritt auf Ende der Amtsperiode hin sei er bereit, «wenn ich sicher sein kann, dass Bundesrat und Parlament ihre Europapolitik umkehren und für die Unabhängigkeit der Schweiz einstehen». Doch für ihn ist klar: «Sie tun das Gegenteil, akzeptieren fremde Richter und die automatische Übernahme von EU-Recht.» Spiele die Gesundheit mit, müsse er 2015 nochmals antreten, obwohl es im Parlament «mühsam» sei: «Es hat hier fast nur noch Berufspolitiker.»

75-jährig bei den nächsten Wahlen

Bei den Wahlen im Oktober 2015 wird Blocher 75-jährig sein, Ende der Amtsperiode wäre er 79. Während Blochers Kandidatur in der Zürcher SVP auf keinen nennenswerten Widerstand stiesse, versucht man Nationalrat Toni Bortoluzzi (66) zum Rücktritt zu bewegen. Doch dieser sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Es reizt mich, nochmals anzutreten.» Geprüft wird eine SVP-Seniorenliste.  Zwei der vier alten Zürcher SVP-Nationalräte, schätzt Bortoluzzi, könnten auf der normalen Liste weitermachen.

Senioren Liste für die SVP

Plan B für die älteren SVPler ist eine Seniorenliste. «Wir nannten das zu vorgerückter Stunde auch schon Lega Nord», sagt Bortoluzzi. Klar ist für ihn: «Blocher auf der Seniorenliste wäre der Hit, dann gäbe es sicher ein, zwei Sitze». Aber dazu würde er nur Hand bieten, wenn es der Partei etwas bringe.

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(tke)