US-Präsident Donald Trump und sein Team werden ihre undurchsichtigen Verbindungen nach Russland nicht los. Von ersten Vorwürfen einer Einflussnahme des Kreml im Präsidentschaftswahlkampf zugunsten Trumps über die Entlassung des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn und die Absetzung von FBI-Chef James Comey trägt die «Russland-Connection» in immer neuen Varianten Unruhe in die Öffentlichkeit. Neuerdings haben die Enthüllungen Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner erreicht:

- Juli 2016: Die US-Bundespolizei FBI beginnt Ermittlungen zu einer möglichen Einflussnahme Russlands auf den Präsidentschaftswahlkampf. FBI-Chef Comey bestätigt das aber erst acht Monate später - nachdem die Wahl gelaufen ist.

- 7. Oktober: US-Geheimdienstler machen ranghohe russische Vertreter öffentlich für Hackerangriffe und Desinformationskampagnen während des Wahlkampfs verantwortlich.

- 8. November: Trump gewinnt die Präsidentschaftswahl. Mitverantwortlich dafür ist nach Auffassung seiner demokratischen Gegnerin Hillary Clinton unter anderem Russlands Einflussnahme.

- 29. Dezember: Präsident Barack Obama verhängt noch vor Trumps Amtsantritt Sanktionen gegen Russland wegen russischer Hackerangriffe im Wahlkampf. Moskau nennt die Vorwürfe unbegründet und spricht von Methoden aus dem Kalten Krieg.

- 6. Januar 2017: Comey und drei ranghohe Geheimdienstvertreter informieren Trump über ihre Einschätzung, dass Kreml-Chef Wladimir Putin persönlich hinter dem Versuch der Einflussnahme in den USA steht.

- 13. Februar: Sicherheitsberater Flynn tritt zurück. Er stürzt über seine umstrittenen Kontakte zum russischen Botschafter in Washington und eine diesbezügliche Falschaussage.

- 1. März: Der neue Justizminister Jeff Sessions gerät unter Druck, weil er bei Senatsanhörungen Treffen mit dem russischen Botschafter verschwiegen hat.

- 20. März: Comey bestätigt erstmals, dass sich die FBI-Untersuchungen zu den mutmasslichen russischen Hackerangriffen im Wahlkampf auch auf eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams konzentrieren.

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- 8. Mai: Die von Trump entlassene Ex-Justizministerin Sally Yates sagt vor einem Senatsausschuss aus, sie habe die Regierung bereits kurz nach Amtsantritt gewarnt, dass Flynn durch Russland erpressbar sein könnte.

- 9. Mai: Comey wird von Trump wegen der Russland-Ermittlungen als FBI-Chef entlassen.

- 12. Mai: Trump warnt Comey davor, mit internen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen. Trumps Anwälte geben an, der Präsident habe in den vergangenen Jahren bis auf «wenige Ausnahmen» keine grösseren geschäftlichen Verbindungen nach Russland gehabt. Da sich der Immobilienmilliardär weigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen, bleibt Raum für Spekulationen.

- 15. Mai: Die "Washington Post" berichtet, Trump habe streng geheime Informationen von einem befreundeten ausländischen Geheimdienst an Russlands Aussenminister Sergej Lawrow weitergegeben. Das Weisse Haus weist den Bericht als «falsch» zurück. Trump twittert jedoch kurz darauf, er habe das «absolute Recht», Informationen mit Russland zu teilen.

- 16. Mai: Medienberichten zufolge soll Trump Mitte Februar versucht haben, direkten Einfluss auf die Ermittlungen des FBI zu den Moskau-Kontakten seines Teams auszuüben. Mit den Worten «Ich hoffe, Sie können das sein lassen» soll er Comey gedrängt haben, die Ermittlungen gegen Flynn zu stoppen.

- 17. Mai: Das US-Justizministerium ernennt den früheren FBI-Chef Robert Mueller zum Sonderermittler für die Untersuchung der möglichen Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf.

- 23. Mai: Ex-CIA-Chef John Brennan sagt vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, er habe 2016 Informationen erhalten, die «Kontakte und Interaktionen» zwischen Mitarbeitern der Trump-Wahlkampagne und russischen Regierungsmitarbeitern enthüllt hätten. Es solle «jedem klar sein, dass Russland in den Ablauf unserer Präsidentschaftswahl eingegriffen hat».

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- 26. Mai: Während Trumps erster Auslandsreise berichten US-Medien, dass auch Trumps Schwiegersohn und politischer Berater Jared Kushner bei den Ermittlungen der Bundespolizei FBI zur russischen Einflussnahme auf die US-Wahl ins Visier geraten ist. Kushner hat sich laut «Washington Post» Anfang Dezember bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak um die Einrichtung eines geheimen Gesprächskanals mit dem Kreml bemüht.

(sda/chb)