Nach einem Schwächeanfall und der Lungenerkrankung der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton rückt der Gesundheitszustand der Rivalen um das höchste Staatsamt in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. Einen Tag nachdem Clinton eine Gedenkfeier aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen musste, stellte ihr republikanischer Herausforderer Donald Trump genauere Informationen über seine eigene Fitness in Aussicht.

Er habe sich vergangene Woche einer Untersuchung unterzogen und werde die Ergebnisse sehr detailliert veröffentlichen, sagte Trump am Montag in einem Telefoninterview des Senders Fox News. Der 70-Jährige hatte bereits wiederholt infrage gestellt, ob die 68-Jährige über die nötige Widerstandskraft für das Präsidentenamt verfüge.

Wahlkampfreise abgesagt

Clinton verliess am Sonntag vorzeitig die New Yorker Gedenkveranstaltung für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Die Politikerin sei überhitzt und dehydriert gewesen, teilte ihre Ärztin Lisa Bardack mit. Clinton befinde sich aber auf dem Wege der Erholung. Eine Wahlkampfreise der Ex-Aussenministerin nach Kalifornien am Montag wurde abgesagt.

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Die Entwicklung richtete das Augenmerk erneut auf Clintons Gesundheitszustand, über den seit Jahren spekuliert wird. Im Dezember 2012 erlitt sie eine Gehirnerschütterung, wenig später wurde ein Blutgerinnsel im Kopf festgestellt. Im Juli 2015 veröffentlichte ihre Ärztin einen Brief, in dem sie der ehemaligen First Lady einen «exzellenten Gesundheitszustand» sowie die Eignung für das Präsidentenamt bescheinigte.

Clintons Vorsprung geschrumpft

Trump bejahte in dem Interview die Frage, ob die Gesundheit der beiden Kandidaten ein Wahlkampfthema sei. Er wünsche Clinton baldige Genesung und hoffe, sie bei der Kandidatendebatte zu sehen. Die erste von insgesamt drei Diskussionsveranstaltungen steht in zwei Wochen an, der Wahlkampf befindet sich weniger als zwei Monate vor der Abstimmung in der heissen Phase. Clintons Umfrage-Vorsprung war zuletzt erheblich geschrumpft.

Für Wirbel sorgte ein Video auf einem nicht verifizierten Twitter-Konto, das einen Zusammenbruch Clintons nach dem Verlassen der New Yorker Veranstaltung zeigen soll. Ob die Aufnahme authentisch ist, war zunächst nicht klar. Der Inhaber des Twitter-Kontos reagierte nicht auf Anfragen und auch Clintons Wahlkampfstab äusserte sich vorerst nicht.

Trotz Krankheit an Veranstaltung

Clintons Ärztin teilte mit, die Lungenentzündung sei bereits am Freitag nach einem Husten im Zusammenhang mit Allergien festgestellt worden. Es seien Antibiotika und Ruhe verordnet worden. Dennoch sei sie noch zu einem zweieinhalbstündigen Treffen zur nationalen Sicherheit gegangen, habe eine Pressekonferenz abgehalten und eineinhalb Stunden an der Veranstaltung in New York teilgenommen, sagte Clintons früherer Mitarbeiter Peter Daou.

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(reuters/cfr/jfr/chb)