Hillary Clinton ist nach ihrer Entlastung in der E-Mail-Affäre mit Rückenwind in die letzten Stunden eines der am härtesten geführten Wahlkämpfe der US-Geschichte gestartet. Einen Tag vor der Abstimmung standen für sie noch Wahlkampfauftritte in vier Bundesstaaten auf dem Programm, in denen der Ausgang als offen galt und wo sich die Wahl am Dienstag entscheiden könnte.

Als Höhepunkt galt am Abend ein Auftritt in Philadelphia an der Seite von Präsident Barack Obama und mit musikalischer Unterstützung des Rockstars Bruce Springsteen an. Auf dem Reiseplan ihres Rivalen Donald Trump reihten sich Stopps in fünf Swing States, darunter Florida und North Carolina. Jüngsten Umfragen zufolge läuft es auf eine knappe Wahl hinaus, mit Vorteilen für Clinton.

Mehrere Umfragen zeigen Vorsprung für Clinton

FBI-Chef James Comey hatte am Sonntag erklärt, dass er nach der Prüfung von neu aufgetauchten E-Mails an seiner Einschätzung vom Juli festhalte. Damit dürfte die Server-Affäre zumindest bis nach der Wahl kein Thema mehr sein. Die Demokratin selbst äusserte sich zunächst nicht dazu. Ihr Wahlkampfmanager Robby Mook sagte dem Sender CNN, die Affäre «liegt jetzt hinter uns». Trump hatte dagegen noch am Sonntag gesagt: «Die Ermittlungen werden weitergehen.» Wie gross das Ausmass des Schadens für Clinton ist, war unklar. Trump hatte nach Comeys Enthüllung in Umfragen Boden gutgemacht.

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Mehrere landesweite Umfragen zeigten einen Vorsprung von etwa vier Prozentpunkten für Clinton. Allerdings weisen Experten seit Monaten darauf hin, dass eine ungewöhnlich hohe Zahl von unterschlossenen Wählern die Vorhersagen erschwert. Zudem haben Millionen Amerikaner in den vergangenen zehn Tagen bereits die Möglichkeit genutzt, ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin abzugeben. Da die Wahl nicht landesweit abgehalten wird, sondern in jedem Bundesstaat getrennt vorgenommen wird, hängt der Ausgang von den Staaten ab, in dem das Ergebnis knapp ist.

Clinton und Trump in New York erwartet

Clinton und Trump haben angekündigt, den Wahlabend in New York zu verbringen. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte die grösste Polizeipräsenz bei einer Abstimmung in der Geschichte der Stadt an. Mehr als 5000 Beamte sollten im Einsatz sein, zusammen mit sämtlichen Bombenspürhunden. «Wir wissen, dass die Augen der Welt auf New York gerichtet sein werden», sagte De Blasio.

US-Behörden hatten am Freitag vor Anschlägen der Al-Kaida in der Wirtschaftsmetropole gewarnt. Clinton diente von 2001 bis 2008 als Senatorin des Bundesstaates New York. Sie wird nach der Abstimmung im Jacob K. Javits Kongresszentrum erwartet, der gebürtige New Yorker Trump im Hilton Hotel in Manhattan.

(reuters/cfr)