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Affäre
Clintons engste Vertraute stolpert über ihren Mann

Huma Abedin und Anthony Weiner: Ehemann als Sicherheitsrisiko? Keystone

Hillary Clintons engste Vertraute Huma Abedin ist ins Visier der Trump-Kampagne geraten. Hintergrund ist ein Sexskandal ihres Mannes – und ihre undurchsichtige Rolle in der Clinton Foundation.

Veröffentlicht am 30.08.2016

Wo Hillary Clinton ist, ist auch Huma Abedin. Die Frau mit dem wallenden schwarzen Haar gilt als engste Vertraute der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Fortgesetzte Sex-Verfehlungen ihres Mannes bringen sie nun dorthin, wo sie keinesfalls hin will: in die Schlagzeilen.

Das Weisse Haus hat diverse Praktikantinnen kommen und gehen sehen. Abedin ist vielleicht nicht die prominenteste, mit Sicherheit aber die Einflussreichste von ihnen. Die 41-Jährige ist die wohl engste Vertraute von Clinton. Ihr Wahlkampf steht und fällt mit den Ideen, der Wachsamkeit und inzwischen auch der Erfahrung Abedins.

Mann als Sicherheitsrisiko?

Dass die in Michigan geborene und in Saudi-Arabien aufgewachsene Tochter eines indisch-pakistanischen Ehepaares nun wegen fortgesetzter Sex-Affären ihres Ehemannes in die Schlagzeilen gerät, ist ein Bruch in ihrer Karriere. Und möglicherweise in der Wahlkampagne Clintons. Der politische Gegner weiss genau, wie wichtig die hochdisziplinierte Abedin für Clinton ist - und schiesst entsprechend scharf.

Abedins Ehemann Anthony Weiner, der Mann der es nicht lassen kann, die Fotos seiner Unterhose samt Inhalt an weibliche Fans zu schicken, habe Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten, mutmasst Republikaner-Kandidat Donald Trump. Er versucht auf diese Weise, ein Sicherheitsrisiko in der Wahlkampfzentrale Clintons zu kreieren.

Es dürfte sich in Grenzen halten. Weiner, einst ein aufsteigender Stern bei den Demokraten und Kandidat für das Bürgermeisteramt in New York, hat sich selbst ins Abseits manövriert. Sein erster Skandal beendete seine Abgeordnetenkarriere, der zweite seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt in New York - ein Dokumentarfilm hält die wichtigsten Verfehlungen fest.

Scheidung eine Frage der Zeit

Nun hat die Frau die Reissleine in einer ungewöhnlichen Beziehung eines New Yorker Juden zu einer Muslima gezogen, um nicht auch noch ihren eigenen Berufsweg abzuschneiden. Lange hatte sie zumindest nach aussen Loyalität gezeigt, ganz so wie ihre Ziehmutter Clinton einst bei den Affären ihres Mannes Bill.

Doch diesmal hatte Weiner auch noch den schlafenden Sohn mit auf dem Selfie, das er an eine seiner Gespielinnen verschickte. Die Ehe, für die einst Präsident Bill Clinton Pate stand, ist zu Ende, die Scheidung nur noch eine Frage der Zeit. Trump rührt in dieser Geschichte. Er weiss nur zu gut, was es bedeutet, wenn ein Wahlkampfmanager zu lange zu negative Schlagzeilen macht.

Im Aussenministerium und in der Clinton Foundation

Er selbst hat mit Cory Lewandowski und Paul Manafort in den vergangenen Monaten bereits zwei in die Wüste geschickt. Der Kandidat kann machen was er will - die Schlagzeilen bleiben wegen seiner Getreuen schlecht: Einen solchen Mühlstein wollen nur wenige Polit-Grössen in Wahlkampfzeiten mit sich herumtragen.

Neben den Sex-Gepflogenheiten ihres Mannes hinterfragen die Medien auch die Doppelrolle der Power-Frau - in Clintons Amtszeit als Aussenministerin war Abedin gleichzeitig im Aussenministerium und in der Stiftung Clinton Foundation aktiv. Die E-Mail-Affäre Clintons trägt auch den Namen Abedin. Die Republikaner, von denen einige Abedin bereits in Verbindung mit der Muslim-Bruderschaft bringen wollten, haben einen Angriffspunkt.

Als Stabschefin prädestiniert

Dass Hillary Clinton ihre seit 20 Jahren treu dienende Vertraute Abedin fallen lässt, gilt derzeit dennoch als eher unwahrscheinlich. Als sie 1996 zum Praktikum ins Weisse Haus kam, wurde sie der damaligen First Lady Clinton zugeteilt. Seitdem sind die beiden Frauen unzertrennlich. Abedin wurde Clintons Beraterin beim erfolgreichen Wahlkampf für den Senat im Jahr 2000. Der Aussenministerin Clinton diente Abedin als stellvertretende Stabschefin.

Nun ist sie Stellvertreterin der Wahlkampagne für das Präsidentenamt - und immer schön im Hintergrund. Interviews gibt sie kaum, öffentlich redet sie nur im Notfall. Ihre Karriere als Strippenzieherin ist einem grossen Ziel untergeordnet - die Präsidentschaft ihrer Chefin. Im Falle eines Sieges Clintons am 8. November darf die 41-Jährige mit einer satten Belohnung in Form eines Regierungspostens rechnen. Die Rolle als Stabschefin wird in US-Medien diskutiert.

(sda/gku/hon)

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