Die CVP hat ihren einzigen Sitz in der Basler Regierung erfolgreich verteidigt. Der 39-jährige Grossrat und Parteipräsident Lukas Engelberger wurde im zweiten Wahlgang mit über 56 Prozent der Stimmen erwartungsgemäss als Nachfolger des zurücktretenden Gesundheitsdirektors Carlo Conti gewählt.

Engelberger erzielte 18'387 Stimmen. Auf seine Gegenkandidatin Martina Bernasconi von den Grünliberalen entfielen 11'692 Stimmen. Der fraktionslose Grossrat Eric Weber musste sich mit 2343 Stimmen zufrieden geben. Die Wahlbeteiligung betrug 32,1 Prozent gegenüber 44,6 Prozent im ersten Wahlgang vom 18. Mai.

Dass Lukas Engelberger den Einzug in die rot-grün dominierte Exekutive des Stadtkantons schafft, war zu erwarten gewesen. Der promovierte Jurist und Vater von drei Kindern wurde nicht nur von FDP und LDP unterstützt, sondern auch von bekannten SP-Leuten. Engelberger politisiert zwar konsequent bürgerlich, wird aber auch im gegnerischen Lager als integer geschätzt.

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In den Fussstapfen Contis

Die Steigerung seines Stimmenanteils von 41,3 auf 56,3 Prozent dürfte Engelberger vorab Stimmen aus dem SVP-Lager zu verdanken haben. Die SVP, die nicht mehr zum zweiten Wahlgang angetreten war, unterstützte den CVP-Kandidaten indes nicht offiziell. Der Verzicht auf eine Wahlempfehlung zugunsten Engelbergers trug der SVP-Spitze Kritik aber aus den eigenen Reihen ein.

Die Karriere des neuen Basler CVP-Regierungsrats weist schon länger auf die Nachfolge Contis hin - die Parallelen sind augenfällig: Wie schon bei Conti bildet auch bei Engelberger der Einzug in die Regierung der nächste Schritt nach einigen Jahren im Parlament und einem Job im Rechtsdienst des Pharmakonzerns Roche.

Zudem ist Engelberger seit einem Jahr Parteipräsident. Conti war dies neun Jahre lang.

GLP-Kandidatin Martina Bernasconi hatte im ersten Wahlgang überraschend gut abgeschnitten. Die 49-jährige Lehrerin und Philosophin lag nur 1855 Stimmen hinter Favorit Engelberger zurück. Jetzt vergrösserte sich der Abstand auf 6695 Stimmen. Der Stimmenanteil ist mit 35,8 Prozent jedoch praktisch gleich gross wie im ersten Wahlgang.

Im Gegensatz zu Engelberger wusste Bernasconi ausser der eigenen keine Partei hinter sich. Das rot-grüne Lager hatte auf eine Wahlempfehlung verzichtet.

Parteipolitische Zusammensetzung unverändert

Mit der Wahl Engelbergers bleibt die parteipolitische Zusammensetzung der Basler Regierung unverändert: Die Exekutive gehören weiterhin drei SP-Leute an und je ein Vertreter von CVP, FDP, Grünen und LDP. Die SVP als wählerstärkste bürgerliche Partei des Stadtkantons hat keinen Regierungssitz.

Zur Ersatzwahl ist es gekommen, weil CVP-Regierungsrat Carlo Conti am 7. Januar wegen finanzieller Unkorrektheiten seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der 60-Jährige verlässt die Basler Regierung als deren amtsältestes Mitglied nach 14 Jahren. Landesweit bekannt geworden ist Conti als Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz.

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(sda/vst)